Knochensplitter und Erdbeerkuchen

Te-Nehisi Coates’ wütender Essay über die tödliche rassistische Gewalt in den Vereinigten Staaten

Dass der Text eines Journalisten einem Bewerber um das US-Präsidentschaftsamt zumindest indirekt eine Stellungnahme abnötigt, ist kein alltäglicher Vorgang. Dem Journalisten Te-Nehisi Coates ist das mit seiner Forderung nach Reparationen für die Versklavung und Diskriminierung der Afroamerikaner gelungen. Sein Essay «Plädoyer für Reparationen», 2014 im US-Magazin «The Atlantic» veröffentlicht, entfachte eine bereits ältere Debatte aufs Neue. Auch Bernie Sanders wurde nach seiner Meinung gefragt. Er lehne die Forderung nach Entschädigungszahlungen ab, sagte er in einem Interview. Das tun übrigens auch Hillary Clinton und Barack Obama. Weiterlesen

Doppeltes Unglück

Autobiografisches Erzählen scheint derzeit einen Nerv zu treffen. Als erstes denkt man an Karl Ove Knausgård. Aber auch die Langzeitprojekte von Peter Kurzeck, Gerhard Henschel, Andreas Maier, des Norwegers Tomas Espedal oder des Niederländers J.H. Voskuil sind zu nennen. Jeder von ihnen hat seine eigene Art des Schreibens gefunden. Bleiben wir bei den Norwegern. Weiterlesen

Das sozialistische Internet

Sascha Rehs Roman über das kaum bekannte computer-sozialistische Experiment in Allendes Chile

Es hätte so schön werden können, hätten nicht die Chicago Boys in Chile mit ihrer neoliberalen Idee gesiegt. Unter Allende unternahmen ein britischer Kybernetiker und eine Projektgruppe erste Versuche einer computergesteuerten Ökonomie. Sascha Reh hat diesen Stoff zu einem spannenden Thriller verarbeitet. Weiterlesen

Aufwärts. Und zwar steil!

Gerhard Henschel legt den sechsten Band seines außergewöhnlichen autobiografischen Romanprojektes vor

Gerhard Henschel ist ein akribischer Schriftsteller, er ist Archivar seines eigenes Lebens – und des Lebens seiner Familie. Doch seine Bücher haben nichts von dem, was man für gewöhnlich mit Akribie und Archiven assoziiert: Langeweile, Pedanterie, Trockenheit. Im Gegenteil: Sein inzwischen auf sechs Bände und über 3000 Seiten angewachsenes Romanprojekt über sein Alter Ego Martin Schlosser ist ein hoch vergnügliches Lektüreerlebnis. Weiterlesen