Ein härterer Kapitalismus

Tom Slee: Deins ist Meins. Die unbequemen Wahrheiten der Sharing Economy. Verlag Antje Kunstmann, 270 S., geb., 22,95 €.

Die Fähigkeit des Kapitalismus, sich zu wandeln, anzupassen, Kritik zu integrieren und aus guten Ideen immer wieder neue blendend laufende Geschäftsmodelle zu machen, ist – neutral gesehen – bewundernswert. Die Produktionsweise wandelt sich beständig – und bleibt doch immer dieselbe. Eines der jüngsten Beispiele ist die Sharing Economy. Weiterlesen

Alles Berufsnationalisten

Freerk Huisken interpretiert die neue deutsche Flüchtlingspolitik als Machtstreben

Was hat Angela Merkel dazu getrieben, im Herbst 2015 die Grenzen für Geflüchtete zu öffnen? Freerk Huisken interpretiert ihre Politik in seinem neuen Buch »Abgehauen« als imperialistische Offensive Deutschlands.

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Leistet Bargeld-Widerstand!

»Handelsblatt«-Autor Norbert Häring über die Abschaffung des Bargeldes und die Folgen

Das Bargeld abschaffen, um die Mafia und Terrorismus zu bekämpfen? Quatsch, findet der Wirtschaftsjournalist Norbert Häring in seinem neuen Buch. In Wirklichkeit geht es um die Vermeidung von Bankenkrisen und neue Profitquellen.

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Knochensplitter und Erdbeerkuchen

Te-Nehisi Coates’ wütender Essay über die tödliche rassistische Gewalt in den Vereinigten Staaten

Dass der Text eines Journalisten einem Bewerber um das US-Präsidentschaftsamt zumindest indirekt eine Stellungnahme abnötigt, ist kein alltäglicher Vorgang. Dem Journalisten Te-Nehisi Coates ist das mit seiner Forderung nach Reparationen für die Versklavung und Diskriminierung der Afroamerikaner gelungen. Sein Essay «Plädoyer für Reparationen», 2014 im US-Magazin «The Atlantic» veröffentlicht, entfachte eine bereits ältere Debatte aufs Neue. Auch Bernie Sanders wurde nach seiner Meinung gefragt. Er lehne die Forderung nach Entschädigungszahlungen ab, sagte er in einem Interview. Das tun übrigens auch Hillary Clinton und Barack Obama. Weiterlesen

Den Hals aus der Schlinge gezogen

Philip Mirowski will erklären, wie der Neoliberalismus trotz Krise immer stärker werden konnte

Gehen Sie joggen oder ins Fitnessstudio? Schauen Sie »Deutschland sucht den Superstar«? Aktualisieren Sie lustlos Ihre Facebook-Seite? Fragen Sie sich, welche Versicherung für Sie die beste ist? Und haben Sie beim Anblick eines verwahrlosten Bettlers gemischte Gefühle? Ja? Sie haben aber nie eine Seite von Friedrich von Hayek oder Milton Friedman gelesen? Nein? Dann dürften auch Sie ein lebendes Beispiel für das sein, was der Wirtschaftswissenschaftler Philip Mirowski den alltäglichen Neoliberalismus nennt. Weiterlesen

Doppeltes Unglück

Autobiografisches Erzählen scheint derzeit einen Nerv zu treffen. Als erstes denkt man an Karl Ove Knausgård. Aber auch die Langzeitprojekte von Peter Kurzeck, Gerhard Henschel, Andreas Maier, des Norwegers Tomas Espedal oder des Niederländers J.H. Voskuil sind zu nennen. Jeder von ihnen hat seine eigene Art des Schreibens gefunden. Bleiben wir bei den Norwegern. Weiterlesen

Auf der Suche nach Zukunft und Sinn

Er sorgte für den Hype des Literaturjahres. Doch ist der Erfolg von Karl Ove Knausgård Ausdruck einer neuen Spießigkeit?

Man kann alles erzählen, nur nicht sein wirkliches Leben«, schrieb Max Frisch. Karl Ove Knausgård kann nichts erzählen, nur sein wirkliches Leben – könnte man meinen. Der norwegischer Erfolgsautor – Übersetzungen in 30 Sprachen, hervorragende Verkaufszahlen – hat aus seiner Unfähigkeit, ein richtiger Schriftsteller zu werden, eine Tugend gemacht. Weiterlesen

Der existenzielle Ekel beim Anblick einer Tütensuppe

Die Journalistin Kathrin Hartmann nimmt die Versprechen vom grünen Wachstum auseinander

Eine grüne Wirtschaft gilt als Zauberformel: Nachhaltigkeit soll mit Wirtschaftswachstum verbunden werden. Mehr noch: Ökologische Techniken wie Solarpaneele oder Elektroautos sollen das Bruttoinlandsprodukt in die Höhe treiben. Nur in kleinen Zirkeln wird auf die Undurchführbarkeit dieses Konzepts hingewiesen. Weiterlesen

Nebulös und unverbindlich

Der Sozialphilosoph Axel Honneth möchte die Idee des Sozialismus aktualisieren – und lässt kaum etwas von ihr übrig

Er gilt zusammen mit Jürgen Habermas als der wichtigste lebende Vertreter der Frankfurter Schule. Allerdings hat Axel Honneth – wie Habermas – die einst von Horkheimer, Adorno und anderen begründete Kritische Theorie aus ihrer marxistischen Verankerung gelöst. Insofern ist es überraschend, dass sein neuestes Buch eine Aktualisierung der Idee des Sozialismus leisten möchte. Weiterlesen