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Über System- und Erdüberlastungstags-Fragen

Paradoxer geht es kaum: Immer mehr Menschen in Europa sind umweltbewusst, und das Adjektiv »nachhaltig« fehlt in keinem Politikerstatement. Aber es nutzt alles nichts: Die Menschheit verbraucht immer mehr Ressourcen und bläst mehr Kohlendioxid in die Luft. Darauf macht seit einigen Jahren das Netzwerk Global Footprint aufmerksam. Es errechnet jährlich den sogenannten Erdüberlastungstag. Dieses Jahr fällt er auf den 2. August. Das bedeutet, am Mittwoch werden mehr Ressourcen verbraucht sein, als in einem Jahr regenerationsfähig sind. Weiterlesen

Milliarden Mini-Imperialisten

Das Konzept der »imperialen Lebensweise« will erklären, warum sich trotz zahlreicher Krisen nicht viel ändert

Alltag – das ist das, was wir täglich machen, ohne es zu hinterfragen. Viele fahren mit dem Auto zur Arbeit, telefonieren dabei mit dem neuesten Smartphone, fliegen mehrmals im Jahr mit dem Flugzeug in den Urlaub, essen in der Mittagspause einen Burger, kaufen bei Primark Kleidung oder im Bioladen Lebensmittel. Diese täglich milliardenfach vollzogenen Handlungen basieren aber auf stofflich-materiellen und sozialen Voraussetzungen, über die wir uns nur selten Gedanken machen. Weiterlesen

Die andere Bibel

Der Vorreiter der westdeutschen Umweltforschung wendet sich mit moralischen Forderungen an die Individuen

Die Widersprüche dessen, was man allgemein Fortschritt nennt – sie lassen sich so veranschaulichen: Im Ruhrgebiet sind 70 000 Hektar durch einsturzgefährdete Steinkohle-Untertagebaue so weit abgesunken, dass das Oberflächenwasser sie fluten würde – wenn das Wasser nicht ständig abgepumpt würde. Dafür ist eine enorme Menge an Energie notwendig. Weiterlesen

Merkel saugt alles auf

Hendrik Sander: Auf dem Weg zum grünen Kapitalismus? Die Energiewende nach Fukushima, Berlin 2016, Bertz + Fischer Verlag, 322 Seiten, 19,90 Euro.

Angela Merkels Ankündigung im November, ein viertes Mal als Kanzlerkandidatin der Union anzutreten, kam nicht sehr überraschend. Aber die Frage drängt sich auf, wie sie sich so lange hat an der Regierung halten können. Was ist das Spezifische ihrer Herrschaftstechnik? Der Politikwissenschaftler Hendrik Sander geht dieser Frage für ein spezifisches Politikfeld nach: Merkels Energiewende nach der Katastrophe im japanischen Fukushima im März 2011. Weiterlesen

Gelddruckmaschine Emissionshandel

Über Umweltpolitik, die den Konzernen Profite beschert

Gedacht war er als Wundermittel im Kampf gegen die Erderwärmung. Doch der europäische Emissionshandel ist zu einer Gelddruckmaschine für die besonders schmutzige Zement- und Stahlindustrie geworden. Das belegt aufs Neue eine Studie der NGO Carbon Market Watch. Weiterlesen

Tödlich, unsichtbar, subventioniert

Durch Luftverschmutzung sterben in Europa jährlich rund 467 000 Menschen

Es ist ein unsichtbarer, staatlich subventionierter Tod, der jedes Jahr in Europa ungefähr 467 000 Menschen vorzeitig ereilt. Die Opfer sterben an dem, was bei Dieselautos aus dem Auspuff oder bei Kohlekraft- und Industriewerken aus den Schloten kommt: Stickstoffoxide und Feinstaub. Weiterlesen

Nicht der Mensch an sich ist das Problem

Immer mehr ökologisch motivierten Studien liegt das Konzept des Anthropozäns zugrunde. Mehr Erklärungswert hat das Kapitalozän

Die ungebremste Expansion des Menschen auf der Erde habe zerstörerische Folgen für die anderen Bewohner des Planeten – das ist eine zentrale Botschaft des »Living Planet Reports 2016«. Formulierungen wie »Die Dimensionen menschlichen Handelns sprengen seit Mitte des 20. Jahrhunderts alle vorhergesehenen Grenzen« oder »Tatsächlich hat sich die Menschheit in bedrohlicher Weise über andere Lebewesen erhoben« veranschaulichen das. Weiterlesen

Weniger ist zu wenig

Wachstumskritiker stellen wichtige Fragen, die Marxisten und Keynesianer überwiegend ignorieren. Ihre Antworten indes sind unzureichend. Hier kann Marx weiterhelfen.

Es ist das Einfache, das schwer zu machen ist, schrieb Bertolt Brecht über den Kommunismus. Man kann diese Aussage auch auf eine Gesellschaft übertragen, die nicht auf die Steigerung des Bruttoinlandsprodukts (BIP), auf Wachstum ausgerichtet ist. Dabei liegt die Notwendigkeit, über eine Postwachstumsgesellschaft nachzudenken, inzwischen seit Jahrzehnten auf der Hand. Der Außenseiter-Ökonom Kenneth Boulding begründete dies in denkbar schlichten Worten: »Wer glaubt, dass in einer endlichen Welt unendliches Wachstum möglich ist, kann nur verrückt sein – oder Ökonom.« Weiterlesen

Das verborgene Potenzial

Der neue Bericht an den Club of Rome »Ein Prozent ist genug« spielt mit dem Feuer – so werden mit Sicherheit die Urteile der wirtschaftsliberalen Kommentatoren lauten. Der Grund: Der Report kritisiert Marktradikalismus, Freihandel, ja das ganze gegenwärtige Wirtschaftssystem und fordert Zölle und Handelsschranken, mithin das, was der herrschenden Meinung als natürlicher Feind von Wachstum und Wohlstand gilt: Protektionismus. Weiterlesen

Wir müssen das System ändern

Der neue Bericht an den Club of Rome setzt auf konkrete Maßnahmen, die den meisten Menschen nützen sollen

Jorgen Randers ist ein alter Hase im Geschäft der Zukunftsforschung. Der norwegische Wissenschaftler war bereits als Mitautor des weltberühmten Berichts an den Club of Rome über »Die Grenzen des Wachstums« beteiligt. Der 71-Jährige kann daher auf einen über 40-jährigen Erfahrungsschatz zurückblicken. Dieser hat ihn gelehrt, dass man mit der bisherigen Praxis nicht weiterkommen könne. Wieder und wieder habe man auf die drängenden ökologischen Probleme hingewiesen – ohne Resultat. Weiterlesen