Wo kommt eigentlich ihr Vermögen her?

Die Enteignungsdebatte spart einen wichtigen Aspekt bisher aus: die Rolle deutscher Großkonzerne im Faschismus

Beides hat man in der Bundesrepublik so wohl noch nicht erlebt: Ein Juso-Vorsitzender, der eine Kollektivierungs- und Sozialismusdebatte auslöst und eine junge Firmenerbin, die ihm erwidert und bekennt: »Ich bin Kapitalist. Ich will Geld verdienen und mir Segeljachten kaufen von meiner Dividende und sowas.« So Verena Bahlsen Mitte Mai.

Die Jugendorganisation der SPD trägt Sozialismus zwar noch im Namen, aber für die Praxis hat das kaum eine Relevanz. Und für Kapitaleigner und Reiche gilt in Deutschland die Devise: Über Geld redet man nicht – schon gar nicht darüber, wie man es erhalten hat. Die 25-jährige Verena Bahlsen, eine Erbin des gleichnamigen Keks-Imperiums, brach mit dieser Gepflogenheit. Und sie ritt sich schnell weiter in den medialen Shitstorm hinein. Denn nachdem ihr auf Twitter entgegengehalten worden war, in der Online-Chronik der Firma Bahlsen die Beschäftigung von 200 Zwangsarbeiter*innen zur Zeit des Nationalsozialismus verschwiegen zu haben, legte sie in der Bildzeitung nach: »Das war vor meiner Zeit und wir haben die Zwangsarbeiter genauso bezahlt wie die Deutschen und sie gut behandelt«. Das ging nach hinten los: Der Spiegel legte dar, dass Verena Bahlsens Opa und seine zwei ebenfalls in der Firmenleitung tätigen Brüder allesamt in der NSDAP waren und die SS gefördert hatten. Und Die Zeit wies nach, dass die Bahlsen-Zwangsarbeiter*innen mitnichten so viel wie die deutschen Beschäftigten verdienten.

Die Bahlsen-Anekdote zeigt zweierlei: Zwangsarbeit ist immer noch nicht als Verbrechen des deutschen Faschismus im Bewusstsein verankert – trotz der breiten Debatte, die im Zuge der Zwangsarbeiterentschädigung um die Jahrtausendwende geführt wurde. Und ebenfalls nicht im Bewusstsein ist, dass unter anderem aufgrund der riesigen Profitschöpfung fast aller deutscher Konzerne durch Zwangsarbeit im Dritten Reich in der unmittelbaren Nachkriegszeit mehr als nur der IG Farben-Konzern hätten zerschlagen werden sollen. Fast alle politischen Kräfte wollten unmittelbar 1945 deutsche Firmen sozialisieren. Die Möglichkeiten dazu sind in Länderverfassungen und im Grundgesetz der Bundesrepublik festgeschrieben. (ak 649) Damals war die Verstrickung deutscher Firmen mit dem Nationalsozialismus allgemein bekannt. Antifaschismus beinhaltete auch Antimonopolismus. Dass schließlich kaum sozialisiert wurde, hing mit dem Ausbruch des Kalten Krieges zusammen.

Bahlsen ist im Vergleich zu Daimler, Siemens oder BMW ein kleiner Fisch. Wir werfen im Folgenden Schlaglichter auf die fünf größten deutschen Konzerne und ihre Rolle im Nazi-Faschismus. Das Ranking entspricht dem des Wirtschaftsmagazins Forbes, das als Kriterium eine Kombination von Umsatz, Nettogewinn, Aktiva und Marktwert zugrunde legt.

Allianz: Hilfen für den SA-Aufbau

Im Februar 1931 meldete Hitlers persönlicher Spendenbeschaffer Walther Funk: »Wenn es zum Bürgerkrieg kommt, gibt es von der Allianz fünf Millionen Mark.« Er und Hitler hatten den Aufsichtsratsvorsitzenden des Versicherungsunternehmens, August von Finck, und den Vorstandschef Kurt Schmitt (später Wirtschaftsminister unter Hitler) getroffen. Hintergrund: Die NSDAP sah in der Endphase der Weimarer Republik einen Bürgerkrieg heraufziehen und wollte die SA bewaffnen, um eine befürchtete kommunistische Revolution niederzuschlagen. Hitler war über die große Summe erstaunt und kommentierte: »Diese Millionen sind Macht«. Die unheilige Allianz zwischen der 1890 gegründeten Versicherung und dem Nazifaschismus wurde in den folgenden Jahren noch enger. Ob Auschwitz, Buchenwald, Dachau, Stutthof, Neuengamme oder Ravensbrück – überall war man allianzversichert. Rüstungsbetriebe der SS, Häftlingsbaracken oder Fuhrparks waren Haftpflicht-, Feuer- oder unfallversichert. Allianz-Mitarbeiter*innen gaben auf den KZ-Arealen Tipps gegen Feuergefahr. Trat der Ernstfall ein, zauderten sie aber mit der Auszahlung. Gar nichts von ihrer Allianz-Versicherung sahen Jüdinnen und Juden, ihre Versicherungen wurden beschlagnahmt und nicht ausgezahlt. Die Allianz verdiente an Täter*innen wie Opfern. Als der Zweite Weltkrieg begann, konnte das Unternehmen enorme Geschäfte machen. »Im Gefolge der deutschen Truppen eroberten die Assekuranzen fast den ganzen europäischen Markt«, fasste der Spiegel 1997 eine Recherche zusammen.

Dass führende Allianz-Manager die Nähe von Hermann Göring und Hitler suchten, lag auch daran, dass sie Verstaatlichungen fürchteten. Schon Bismarck hatte die Umwandlung der privaten Versicherer in öffentlich-rechtliche Institutionen ins Spiel gebracht. Seitdem wurde darüber diskutiert – auch von der nationalsozialistischen »Linken«, die das begrüßte. Dann sich doch lieber mit den wirtschaftsfreundlichen Hermann Göring und Hitler ins Einvernehmen setzen, um das Überleben zu sichern – und Profite zu machen.

August von Finck junior übrigens hat sich schon längst von seinen Beteiligungen an der Allianz getrennt. Eines jedoch teilt er mit seinem Vater: die Vorliebe für finanzielle Zuwendungen an rechte Parteien. Er soll hinter den finanziellen Zuwendungen an die AfD aus der Schweiz stecken.

Daimler: hohe Profite durch Zwangsarbeit

41 Zeilen. Dieses bisschen Platz räumte man dem Thema Zwangsarbeit in der 330-seitigen Firmengeschichte ein, die die Daimler-Benz Aktiengesellschaft 1986 anlässlich eines Firmenjubiläums hatte anfertigen lassen. Aufgrund wachsenden öffentlichen sowie innerbetrieblichen Drucks, letzterer ausgeübt vor allem durch die linksoppositionelle PLAKAT-Gruppe, publizierte Daimler-Benz noch im selben Jahr eine schriftliche Dokumentation, die die Zeit des deutschen Faschismus ausführlicher unter die Lupe nahm. Die darin aufgefächerte Erzählung ähnelt jener, der sich Verena Bahlsen bediente: Man habe die betroffenen Männer und Frauen »gut behandelt«, hatte Bahlsen behauptet; man sei stets bemüht gewesen, die Arbeits- und Lebensbedingungen der Zwangsarbeiter*innen zu »lindern«, so beschreibt der Politikwissenschaftler Sebastian Brünger die in der Daimler-Benz-Dokumentation eingenommene Haltung.

Die Daimler-Benz AG war 1926 aus einer Fusion hervorgegangen. 1944 waren die Hälfte der 100.000 Daimler-Arbeiter*innen Zwangsarbeiter*innen, Kriegsgefangene, Verschleppte, KZ-Häftlinge. Schon 1937 betrug der Rüstungsanteil der Konzerns 50 Prozent, 1944 lag er bei 95 Prozent. Viele Zwangsarbeiter*innen, die bei Daimler schuften mussten, überlebten den Einsatz nicht. Diese menschlichen Kosten flossen nicht nur in die Rüstungsproduktion, sie legten auch einen bedeutenden Grundstein für das Wirtschaftswunder der Nachkriegszeit, wie der Bochumer Geschichtswissenschaftler Constantin Goschler 2008 dem WDR erklärte. So hätten Zwangsarbeiter*innen etwa »wertvolle Produktionskapazitäten« unter hohen Verlusten zu Kriegsende in Sicherheit bringen müssen. Als sich Daimler 1988 dazu entschloss, 20 Millionen Mark für Entschädigungen zur Verfügung zu stellen, kritisierten unter anderem Überlebende diese Summe angesichts der ungeheuren Profite, die der Konzern aus Zwangsarbeit gepresst hatte, als viel zu niedrig.

Daimler-Benz existierte bis zur großen Fusion mit Chrysler im Jahr 1998. 2007 wurde die Chrysler Group wieder abgestoßen. Heute arbeiten 280.000 Menschen für Daimler, 170.000 davon in der Bundesrepublik. Hauptaktionär ist seit Anfang 2018 der chinesische Milliardär Li Shufu, der sich für mehr als sieben Milliarden Euro 9,69 Prozent der Wertpapieranteile sicherte. Der Gewinn des Konzerns lag 2018 bei 7,25 Milliarden Euro.

Volkswagen: Autos bauen für den Führer

Seit 1960 ist der Autokonzern Volkswagen mit einem aktuellen Jahresumsatz von 272 Milliarden Dollar, einem Gewinn von 13,1 Milliarden Dollar und 650.000 Beschäftigten eine Aktiengesellschaft. Etwa die Hälfte der Aktien gehört heute der Familie Porsche und Piëch. Bis Mitte der 2010er Jahre war der Hauptaktionär das Land Niedersachsen, dem heute noch 20 Prozent der Wertpapiere gehören. Der damalige Ministerpräsident und spätere SPD-Bundeskanzler Gerhard Schröder machte Ferdinand Piëch 1993 zum Vorstandsvorsitzenden von VW – 2005 stieg die Firma Porsche als Eigentümer bei VW ein; der Familienclan Porsche-Piëch brachte daraufhin eine Aktienmehrheit in seinen Besitz.

Die Verbindung zwischen der Familie und Volkswagen ist indes viel älter. Ferdinand Piëchs Vater Anton Piëch war der Schwiegersohn von Porschegründer Ferdinand Porsche. Adolf Hitler hatte den Autohersteller Mitte der 1930er mit der Konstruktion eines »Volkswagens« betraut. Für dessen Produktion wurden 1937 Volkswagen, 1938 die Stadt Wolfsburg (vormals Fallersleben), 1942 das Konzentrationslager »Arbeitsdorf« – auf ausdrückliches Drängen Ferdinand Porsches – und 1944 das Außenlager Laagberg des KZ Neuengamme gegründet.

Porsche war mit seinem Schwiegersohn Anton Piëch zwischen 1941 und 1945 Geschäftsführer des Volkswagenwerkes. Er trat 1937 der NSDAP und 1942 der SS bei. Der aus Wien stammende Piëch war bereits seit 1933 NSDAP-Mitglied, als dies in Österreich noch illegal war. Schon seit seinem Jura-Studium hatte er sich in rechten und völkischen Kreisen bewegt und als Anwalt Nationalsozialisten vertreten, 1944 wurde er Mitglied der SS.

Etwa 20.000 Zwangsarbeiter*innen sowie KZ-Häftlinge wurden unter der Leitung von Porsche und Piëch in den 1940er Jahren bei VW ausgebeutet, das waren zwei Drittel aller Arbeiter*innen des Werkes. Wie die Historiker Hans Mommsen und Manfred Grieger für ihre Tausend Seiten starke Monografie »Das Volkswagenwerk und seine Arbeiter im Dritten Reich« aus dem Jahr 1996 recherchierten, starben dabei Hunderte Menschen, darunter mindestens 350 Säuglinge, die ihren Müttern nach der Geburt weggenommen worden waren.

Der Konzern bekannte sich nie aus eigenem Antrieb zu seiner Verantwortung. Erst im Sommer 1998 und unter internationalem Druck wurde ein privater Fonds über 20 Millionen Mark eingerichtet. Zum Vergleich: 1999 lag der Jahresgewinn von VW bei 850 Millionen Mark. Nur ein Zehntel der früheren VW-Zwangsarbeiter*innen wurde aus dem Fonds entschädigt. Das Vermögen der Familie Porsche und Piëch wird heute auf 39,4 Milliarden Euro geschätzt.

Siemens: »Demokraten« machen Geschäfte in KZs

Das Unternehmen Siemens wurde 1847 in Berlin gegründet; schon im Folgejahr baute es die erste Telegraphenlinie Europas zwischen Berlin und Frankfurt am Main. Bald folgten internationale Großprojekte wie der Bau des Transatlantikkabels. Siemens erweiterte seine Produktpalette – Oberleitungen, Kabel, Flugmotoren – und wurde bis 1939 zum größten Elektrokonzern der Welt. Noch heute zählt Siemens zu den weltgrößten Elektrokonzernen. Zum Aufstieg des Konzerns an die Weltspitze trugen die vielen Rüstungsaufträge durch das NS-Regime maßgeblich bei. Zwischen 1933 und 1944 verfünffachte der Konzern seinen Umsatz; Rüstungsgüter waren in dieser Zeit der wichtigste Geschäftszweig. Auf seiner Website erzählt Siemens die Geschichte so: »Carl Friedrich von Siemens leitet das Unternehmen zwischen 1933 und 1941. Als überzeugtem Demokraten ist ihm die Nazi-Diktatur zuwider, dennoch hat er sich für das Wohl und den Erhalt des Unternehmens einzusetzen.« Carl Friedrich von Siemens, selbst Abgeordneter der Deutschen Demokratischen Partei (1920-1924), hatte zu Beginn der Weimarer Republik, wie viele andere Industrielle, allerdings auch den »Antibolschewistenfonds« der rechtsradikalen Antibolschwestischen Liga mit Zahlungen unterstützt. Nach dem Wehrmachtsüberfall auf Polen ließen Kriegsaufträge die Kassen weiter klingeln. Der Konzern baute neue Werke überall in Deutschland und in den besetzten Gebieten und machte Extra-Profite durch den massenhaften Einsatz von Zwangsarbeiter*innen. 1942 errichtete Siemens ein Werk am Frauenkonzentrationslager Ravensbrück, in dem unter Aufsicht von Siemens- und SS-Personal gut 2.000 weibliche KZ-Häftlinge schufteten. Auch in Auschwitz und Lublin produzierte Siemens mit von der SS angemieteten KZ-Häftlingen. Um 1944 waren Schätzungen zufolge gut ein Viertel der damals 250.000 Siemens-Arbeiter*innen waren Zwangsarbeiter*innen.

Nach dem Krieg wurde Hermann von Siemens (Firmenchef von 1941 bis 1956) kurz im Nürnberger Kriegsverbrechergefängnis interniert, seine Karriere nahm dadurch keinen Schaden. Eine Mitverantwortung am Nationalsozialismus wies der Konzern stets von sich, die Entschädigung ehemaliger Zwangsarbeiter*innen lehnte er lange ab. 1962 zahlte Siemens »aus humanitären Gründen« sieben Millionen D-Mark an die Jewish Claims Conference. Mit seiner Zahlung an die Stiftung Erinnerung, Verantwortung, Zukunft kaufte sich Siemens im Jahr 2000 von jeder weiteren Verantwortung frei.

BMW: Unter den Nazis Rekordumsätze

Mit BMW ging es bekanntlich los: Als der Juso-Vorsitzende Kevin Kühnert den bayerischen Autokonzern zum Kollektivierungskandidaten kürte, wurde die Frage der Enteignung zum bundespolitischen Aufreger. Der Juso brachte sogar die Zerschlagung des Konzerns (Jahresumsatz 2017: 99 Milliarden Euro) ins Spiel: »Mir ist weniger wichtig, ob am Ende auf dem Klingelschild von BMW staatlicher Automobilbetrieb steht … oder ob das Kollektiv entscheidet, dass es BMW in dieser Form nicht mehr braucht.«

Die BMW-Firmengeschichte ist eine Geschichte des Grauens. Die Bayerischen Motorenwerke, 1913 als Rapp Motorenwerke GmbH gegründet, rüsteten schon im Ersten Weltkrieg das deutsche Heer mit Motoren für Jagdflugzeuge aus. Weil der Versailler Friedensvertrag es 1919 für fünf Jahre verbot, in Deutschland Flugzeugmotoren herzustellen (damals das einzige Produkt des Unternehmens), entwickelte BMW zunächst ein Motorrad, später Autos. Der Durchbruch für BMW kam unter den Nazis: Der Jahresumsatz schnellte von 32,5 Millionen Reichsmark im Jahr 1933 auf 280 Millionen im Jahr des Kriegsbeginns. Der Grund: Rüstungsaufträge, hauptsächlich Flugmotoren. 1944 machte das Unternehmen einen Umsatz von 750 Millionen Reichsmark. Es hatte rund 56.000 Beschäftigte, ungefähr die Hälfte davon Zwangsarbeiter*innen.

Auch mit Enteignungen hat das Unternehmen bereits Erfahrung. 1938 profitierte BMW von der »Arisierung« der Argus Motoren Gesellschaft des jüdischen Fabrikanten Moritz Straus. Aus dem Betrieb wurde das BMW-Werk II in München-Allach. BMW beutete hier 17.000 Zwangsarbeiter*innen und KZ-Häftlinge aus dem Außenlager Allach des KZ Dachau aus und baute am Standort quasi ein firmeneigenes Konzentrationslager. Etwa 2.000 KZ-Häftlinge, die für BMW arbeiteten, starben an Hunger, Kälte und Entkräftung. Belangt wurde dafür niemand bei BMW. Bis 1965 befand sich das Allacher Werk weiter im Besitz von BMW, dann verkaufte das Unternehmen das Gelände an den Triebwerkbauer MTU. 1959 wurde Herbert Quandt Großaktionär bei BMW. Auch das Vermögen der Industriellenfamilie Quandt, die als reichste Familie Deutschlands gilt, basiert auf der Auspressung von Zwangsarbeiter*innen und KZ-Häftlingen und der Enteignung jüdischen Besitzes.

In der sowjetischen Besatzungszone übernahm nach Kriegsende die Sowjetunion das BMW-Automobilwerk in Eisenach, 1953 wurde es in einen Volkseigenen Betrieb umgewandelt, der fortan Wartburg-Autos produzierte. An diesen zweiten Teil der BMW-Enteignungshistorie ließe sich gut anknüpfen, allerdings vielleicht ohne Wartburg-Produktion.

10 versus 180 Millionen

»Brosamen vom Herrentisch« hieß die Buchform einer 1999 vorgelegten Studie des Wirtschaftshistorikers Thomas Kuczynski. In dieser hatte er ausgerechnet, dass deutsche Konzerne den NS-Zwangsarbeiter*innen rund 180 Milliarden DM an vorenthaltenen Löhne schuldeten. Wohlgemerkt, nur an Lohneinkommen, Entschädigungen für das ohnehin nicht zu beziffernde Leid waren hier nicht enthalten. Gegen die 180 Milliarden muten die nach einer jahrzehntelangen Praxis der Entschädigungsverweigerung im Jahr 2000 von der Bundesregierung und einer Stiftungsinitiative der deutschen Wirtschaft vereinbarten zehn Milliarden DM recht mickrig an. Brosamen vom Herrentisch eben.

zusammen mit Jan Ole Arps und Nelli Tügel

aus: analyse & kritik, Nr. 650, 18.6.2019

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