{"id":1724,"date":"2024-11-21T08:40:08","date_gmt":"2024-11-21T07:40:08","guid":{"rendered":"https:\/\/guidospeckmann.de\/?p=1724"},"modified":"2025-02-21T08:51:48","modified_gmt":"2025-02-21T07:51:48","slug":"runter-vom-gaspedal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/guidospeckmann.de\/?p=1724","title":{"rendered":"Runter vom Gaspedal"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Diskussion um Degrowth bzw. das Postwachstum ist system- und kapitalismuskritischer geworden. Sogar gr\u00fcnes Wachstum gilt mittlerweile als Illusion. Der Globale Norden wird mit seinem Energie- und Ressourcenverbrauch fundamental in Frage gestellt \u2013 zumal die \u00f6kologische Krise auch eine Krise der Ungleichheit zwischen Nord und S\u00fcd ist.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Um drastische Worte ist UNO-Generalsekret\u00e4r Ant\u00f3nio Guterres selten verlegen: \u00abWir k\u00e4mpfen den Kampf unseres Lebens \u2013 und sind dabei zu verlieren.\u00bb Das sagte er anl\u00e4sslich der UNO-Klimakonferenz 2022 (COP27) angesichts sich h\u00e4ufender D\u00fcrren, \u00dcberschwemmungen und Starkregenereignisse. Denn trotz jahrzehntelanger Klimagespr\u00e4che steigen die Treibhausgasemissionen immer weiter an \u2013 und mit diesen die globale Durchschnittstemperatur; das Jahr 2023 war das w\u00e4rmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Weiter \u00e4usserte Guterres: \u00abWir sind auf einem Highway in die Klimah\u00f6lle und haben den Fuss auf dem Gaspedal.\u00bb Der UNO-Generalsekret\u00e4r verfolgt eine politische Agenda; seine aufr\u00fcttelnden Worte sollten den Akteurinnen und Akteuren auf der UNO-Klimakonferenz Beine machen.<\/p>\n<p>Doch auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben mitunter einen \u00e4hnlichen Zungenschlag. \u00abDie Gesundheit der \u00d6kosysteme, von denen wir und alle anderen Arten abh\u00e4ngen, verschlechtert sich schneller denn je zuvor. Wir untergraben die Basis unserer Volkswirtschaften, Lebensgrundlagen, unserer Ern\u00e4hrungssicherheit, Gesundheit und Lebensqualit\u00e4t weltweit.\u00bb Diese Aussage von Robert Watson, Vorsitzender des Weltbiodiversit\u00e4tsrats, geht auf die Pr\u00e4sentation des ersten Berichts zur biologischen Vielfalt 2019 zur\u00fcck. Diesem Bericht zufolge sind eine Million Tier- und Pflanzenarten aktuell vom Aussterben bedroht.<\/p>\n<p>Der Verlust der biologischen Vielfalt ist neben der Klimakrise die dramatischste \u00f6kologische Katastrophe, mit der die Menschheit konfrontiert ist. Denn fast achtzig Prozent aller Wildpflanzen und zwei Drittel der weltweit angebauten, knapp 100 wichtigsten Nutzpflanzen sind ganz oder teilweise auf die Best\u00e4ubung durch Insekten angewiesen. Doch obwohl diese Probleme \u2013 das gilt f\u00fcr den Klimawandel st\u00e4rker als f\u00fcr die Biodiversit\u00e4tskrise \u2013 bekannt sind, und politisch an ihrer L\u00f6sung gearbeitet wird, ist kaum Besserung in Sicht.<\/p>\n<p><strong>Mit dem Wachstumszwang brechen<\/strong><\/p>\n<p>Warum ist das so? Die Wachstumskritik oder Degrowth-Diskussion hat darauf eine Antwort: Die gegenw\u00e4rtigen \u00f6konomischen Systeme m\u00fcssen immer weiter wachsen, denn sinkt das Bruttoinlandsprodukt (BIP), kommt es zu einer Krise mit sozialen Folgen wie Verarmung und Erwerbslosigkeit. Mehr Wachstum des Bruttoinlandsprodukts indes geht einher mit steigendem Ressourcen- und Energieverbrauch, mit mehr Naturzerst\u00f6rung und h\u00f6heren Treibhausgasemissionen \u2013 trotz aller Hoffnungen, beides voneinander zu entkoppeln.<\/p>\n<p>Wachstumskritik ist nicht gleich Wachstumskritik, die internationale Diskussion kennt viele Str\u00f6mungen und Richtungen. Bis vor Kurzem dominierten sogenannte suffizienzorientierte Ans\u00e4tze. Als Treiber des naturzerst\u00f6renden Wachstums werden bei diesem Ansatz vor allem die steigenden Konsumbed\u00fcrfnisse der Menschen in den fr\u00fchindustrialisierten Staaten identifiziert \u2013 und als Gegenstrategie dementsprechend Konsumverzicht und ein gen\u00fcgsamer Lebensstil (Suffizienz) propagiert. Erst in den letzten Jahren haben Degrowth-Str\u00f6mungen an Bedeutung gewonnen, die die systemischen Ursachen kapitalistischer \u00d6konomien als entscheidende Wachstumsfaktoren ins Zentrum stellen. Der notwendige Tritt auf das Bremspedal, um ein weiteres \u00dcberschreiten der planetaren Grenzen zu verhindern , w\u00e4re demnach nur durch einen Bruch mit dem Wachstumszwang zu erreichen, der dem Kapitalismus inh\u00e4rent ist. Zuletzt zielten die Degrowth-Diskussionsbeitr\u00e4ge zum Beispiel von Jason Hickel, Kohei Saito und Ulrike Herrmann in diese Richtung.<\/p>\n<p><strong>Jason Hickel: Fokus auf den Globalen S\u00fcden und den Kapitalismus<\/strong><\/p>\n<p>Der britisch-eswatinische Anthropologe und Hochschuldozent Jason Hickel ist mit B\u00fcchern wie \u00abDie Tyrannei des Wachstums\u00bb (2018) und \u00abWeniger ist mehr. Warum der Kapitalismus den Planeten zerst\u00f6rt und wir ohne Wachstum gl\u00fccklicher sind\u00bb (2022) bekannt geworden. Vor allem im letztgenannten Buch legt er seine wachstumskritische Agenda dar.<\/p>\n<p>Jason Hickel kritisiert die inzwischen in der Mitte des politischen Spektrums vorherrschende Ansicht, dass es mit gr\u00fcnem Wachstum und Green New Deals m\u00f6glich sei, die \u00d6konomien in ausreichend schnellem Tempo auf einen klimaneutralen Pfad zu bringen. Sein Hauptargument lautet: Zwar ist es m\u00f6glich, die Wende zu hundert Prozent erneuerbarer Energie zu vollziehen, aber eben nicht schnell genug, um unter 1,5 Grad oder 2 Grad Celsius zu bleiben \u2013 sofern die Wirtschaft weiter wachsen soll. Er schreibt: \u00abMehr Wachstum bedeutet h\u00f6heren Energiebedarf, und ein h\u00f6herer Energiebedarf macht es erst recht schwierig (und wahrscheinlich unm\u00f6glich), gen\u00fcgend erneuerbare Kapazit\u00e4ten zur Abdeckung des Bedarfs zu generieren, in der kurzen Zeit, die uns bleibt.\u00bb<\/p>\n<p>Der Anthropologe nennt eindr\u00fcckliche Zahlen, die das Ganze veranschaulichen: Acht Milliarden Megawattstunden sauberer Energie, vor allem \u00d6kostrom, werden heute j\u00e4hrlich weltweit mehr erzeugt als vor zwanzig Jahren. Allerdings hat das Wirtschaftswachstum den Energiebedarf seit dem Jahr 2000 um 48 Milliarden Megawattstunden nach oben getrieben.<\/p>\n<p>Zudem w\u00fcrde auch eine zu hundert Prozent auf erneuerbare Energien basierende Wirtschaft mitnichten andere \u00f6kologische Probleme wie beispielsweise die Biodiversit\u00e4tskrise l\u00f6sen. Vielmehr entst\u00fcnden sogar weitere \u2013 zum Beispiel durch den verst\u00e4rkten Abbau von Rohstoffen wie Lithium, Kupfer und Seltenen Erden im Globalen S\u00fcden.<\/p>\n<p>F\u00fcr Jason Hickel gibt es nur eine L\u00f6sung: Der Energie- und Ressourcenverbrauch muss drastisch reduziert werden, um \u00abdie Wirtschaft wieder in ein Gleichgewicht mit der lebendigen Welt zu bringen\u00bb. Aber da der Energie- und Ressourcenverbrauch global und geschichtlich drastisch ungleich verteilt sei, m\u00fcssten in erster Linie die Staaten des fr\u00fchindustrialisierten Globalen Nordens ihren Naturverbrauch verringern. Viele Staaten des Globalen S\u00fcdens dagegen bef\u00e4nden sich innerhalb der \u00f6kologischen Grenzen und m\u00fcssten durchaus noch wachsen, um die Armut zu beseitigen.<\/p>\n<p>Hickel geht es somit nicht um einen pauschalen Wachstumsverzicht, wie es der Degrowth-Diskussion oft unterstellt wird. Er macht vielmehr deutlich, dass lediglich die ressourcen- und energieintensiven Sektoren der \u00d6konomien im Globalen Norden schrumpfen m\u00fcssen; andere Sektoren wie erneuerbare Energien oder der Pflegesektor jedoch sollten wachsen.<\/p>\n<p><strong>\u00abWachstumismus\u00bb ist das Problem<\/strong><\/p>\n<p>Nicht das Wachstum ortet Hickel entsprechend als Problem, sondern den \u00abWachstumismus\u00bb: das Streben nach Wachstum um seiner selbst willen oder zum Zweck der Akkumulation des Kapitals, und eben nicht in der Absicht, konkrete menschliche Bed\u00fcrfnisse und soziale Ziele zu befriedigen.<\/p>\n<p>Mit diesem Argument r\u00fcckt neben der globalen Perspektive der Kapitalismus ins Zentrum von Hickels Argumentation. Er stellt fest, dass sich der Kapitalismus von den meisten anderen Wirtschaftssystemen in der Geschichte dadurch unterscheidet, dass er um den Imperativ einer stetigen Ausweitung oder eines \u00abWachstums\u00bb herum organisiert sei: \u00ab[\u2026] eines st\u00e4ndig steigenden Niveaus von industrieller Extraktion, Produktion und Konsumtion, das wir in Gestalt des Bruttoinlandsprodukts (BIP) messen.\u00bb In diesem Zwang zum Wachstum macht Hickel gar eine totalit\u00e4re Logik aus: Jede Branche, jeder Sektor, jede nationale Wirtschaft m\u00fcsse wachsen, die ganze Zeit, ohne dass irgendein Endpunkt auszumachen w\u00e4re.<\/p>\n<p>Und er geht noch weiter, indem er auch die Ideologie der europ\u00e4ischen Aufkl\u00e4rung kritisiert. Diese habe mit dem Kapitalismus eine \u00dcberzeugung zur Vorherrschaft gebracht, die einen grunds\u00e4tzlichen Unterschied zwischen dem Menschen und dem Rest der lebendigen Welt postuliere. Dieser sogenannte Dualismus habe ganzheitliche Weltanschauungen zur Seite gedr\u00e4ngt und den Weg bereitet f\u00fcr die Auffassung, dass der Mensch das Recht habe, sich der Natur zu bem\u00e4chtigen.<\/p>\n<p>Hickels Degrowth-Vorschlag ist somit ein postkapitalistischer, der \u00fcberdies eine radikal egalit\u00e4re und philosophische Komponente hat. Die \u00f6kologische Krise sieht er auch als \u00abKrise der Ungleichheit\u00bb. Sie werde fast ausschliesslich durch exzessives Wachstum in den einkommensstarken L\u00e4ndern angetrieben, insbesondere durch extreme Akkumulation unter den Superreichen, w\u00e4hrend die Folgen den Globalen S\u00fcden und die Armen \u00fcberproportional tr\u00e4fen. Degrowth in der Praxis w\u00fcrde gem\u00e4ss Hickel somit nicht nur zur Erreichung des 1,5-Grad-Ziels und zum Erhalt der Artenvielfalt beitragen, sondern auch zu globaler sozialer Gleichheit \u2013 auf Basis einer R\u00fcckf\u00fchrung der im Kapitalismus privatisierten Gemeing\u00fcter und einer Ausweitung \u00f6ffentlicher G\u00fcter.<\/p>\n<p><strong>Kohei Saito: Synthese von Degrowth und Kommunismus<\/strong><\/p>\n<p>\u00d6ffentliche G\u00fcter oder Commons spielen bei Kohei Saito ebenfalls eine zentrale Rolle. Der japanische Philosoph, der sich ausdr\u00fccklich in der Marx\u2019schen Tradition verortet, hat mit seinem Buch \u00abCapital in the Anthropocene\u00bb, das w\u00e4hrend der Corona-Pandemie in Japan erschien, einen Riesenerfolg erzielt: \u00dcber eine halbe Million Exemplare gingen \u00fcber die Ladentheke \u2013 und das, obwohl der Untertitel \u00abTowards the Idea of Degrowth Communism\u00bb gleich zwei Reizw\u00f6rter f\u00fcr den liberalen Mainstream bereithielt. Die deutsche \u00dcbersetzung mit dem Titel \u00abSystemsturz. Der Sieg der Natur \u00fcber den Kapitalismus\u00bb erschien 2023 und sorgte auch hierzulande f\u00fcr Aufsehen.<\/p>\n<p>Saito steigt gleich mit einer steilen These ein: Der Glaube, dass der Erfolg im Kampf gegen die Erderw\u00e4rmung davon abh\u00e4nge, wie viel jeder Einzelne tut \u2013 Elektroauto fahren, PET-Flaschen kaufen, keine Plastikt\u00fcten nutzen \u2013 bringe nichts. Im Gegenteil: Er schade sogar, weil er uns davon abhalte, \u00abdie f\u00fcr die heutige Zeit wirklich wichtigen und mutigen Taten zu vollbringen\u00bb und stattdessen ein Konsumverhalten f\u00f6rdere, das wie ein Ablasshandel funktioniere, um das Gewissen zu entlasten. Die wirklich wichtige und mutige Tat ist f\u00fcr Saito, das kapitalistische System als solches infrage zu stellen.<\/p>\n<p>Warum? Weil es ein System sei, das nicht nur die Menschen ausbeute, sondern auch die Natur. Uns im Globalen Norden, so Saito, sei das durch die Auslagerung der Belastungen in die Peripherie lange verborgen geblieben. Doch jetzt werden die Folgen der \u00f6kologischen Ausbeutung auch in den Zentren immer offensichtlicher. Green New Deals und klimakeynesianische Massnahmen, wie er sie nennt, h\u00e4lt Saito als Antworten auf diese Herausforderungen indes f\u00fcr ungen\u00fcgend. Da ist er sich mit dem Anthropologen Jason Hickel einig.<\/p>\n<p><strong>Gr\u00fcnes Wirtschaftswachstum als Trugschluss<\/strong><\/p>\n<p>Die Kritik von Saito wie von Hickel an diesen Klimaschutzmassnahmen, die auf der tr\u00fcgerischen Hoffnung der Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Umweltbelastung beruhen, \u00e4hnelt sich stark. Saito besch\u00e4ftigt sich mit absoluter und relativer Entkopplung, mit Rebound-Effekten, die Effizienzsteigerungen (teils oder ganz) zunichte machen, und er zeigt, warum das Elektroauto das Klima nicht retten wird. Insgesamt beschreibt er die Bem\u00fchungen der Industriel\u00e4nder um ein gr\u00fcnes Wirtschaftswachstum als eine \u00abAuslagerung der gesellschaftlichen und nat\u00fcrlichen Unkosten in die Peripherie\u00bb.<\/p>\n<p>Auch die Hoffnung, mit neuen Techniken CO2 abzuscheiden oder aus der Atmosph\u00e4re zu saugen, entt\u00e4uscht Saito. Seine Schlussfolgerung: Halte man am Wirtschaftswachstum fest, sei es nicht m\u00f6glich, die CO2-Emissionen in ausreichender Geschwindigkeit zu vermindern. Es bleibt also nur die L\u00f6sung, das Wirtschaftswachstum zu reduzieren.<\/p>\n<p>Wie Jason Hickel stellt auch Kohei Saito fest, dass das nicht f\u00fcr jene L\u00e4nder gilt, die noch Wirtschaftswachstum ben\u00f6tigen, um die Armut zu beseitigen. Er argumentiert weiter, dass ab einem bestimmten Niveau des Wirtschaftswachstums dieses nicht mehr mit einer Zunahme von Gl\u00fcck oder Lebenszufriedenheit einhergeht.<\/p>\n<p>Im Gegensatz zu anderen Autorinnen und Autoren, zum Beispiel der britischen Wirtschaftswissenschaftlerin Kate Raworth, h\u00e4lt Kohei Saito Degrowth innerhalb des Kapitalismus nicht f\u00fcr m\u00f6glich, weil \u00abder Kapitalismus die Selbstvermehrung des Kapitals anstrebt\u00bb. Nur eine \u00dcberwindung des Kapitalismus schaffe die Voraussetzung, den Naturverbrauch zu reduzieren. Der Philosoph Saito grenzt sich aus diesem Grunde von der alten Degrowth-Diskussion ab, weil diese nicht ausdr\u00fccklich den Kapitalismus in Frage stelle und den Zwang des Kapitals zur Akkumulation nicht thematisiere. Im Zentrum neuerer Degrowth-Beitr\u00e4ge (er nennt Hickel oder auch Giorgos Kallis) macht Saito \u00abdie Errichtung einer freien, gleichen, gerechten und nachhaltigen Gesellschaft mittels einer radikalen Reform der Arbeit und der \u00dcberwindung des auf Ausbeutung und Herrschaft basierenden Klassengegensatzes\u00bb aus. Und er fordert: \u00abDegrowth der neuen Generation muss sich einer viel radikaleren Kritik bedienen: des Kommunismus.\u00bb<\/p>\n<p><strong>Von Genossenschaften und Kooperativen<\/strong><\/p>\n<p>Was bedeutet aber f\u00fcr Saito Kommunismus? Zentral ist ihm dabei der Begriff der Commons. Damit meint er gemeinschaftlich produzierte, organisierte und genutzte G\u00fcter sowie gesellschaftlich geteilten und verwalteten Reichtum. Gemeinbesitz oder -g\u00fcter sind \u00e4ltere Begriffe. Marx zum Beispiel hatte in seiner Analyse vor allem gemeinschaftlich genutztes Land vor Augen. Mit der massenweisen Vertreibung von Bauern von ihrem und durch das Privatisieren von Gemeing\u00fctern habe der Kapitalismus mit der urspr\u00fcnglichen Akkumulation Knappheit erzeugt. Die ihrer Lebensgrundlage beraubten Bauern fanden dann gezwungenerma\u00dfen Anstellung in den entstehenden Fabriken fanden. Der Kommunismus ziele auf die Wiederaneignung dieser Commons und damit auf die \u00abWiederherstellung eines radikalen \u00dcberflusses\u00bb.<\/p>\n<p>Der japanische Philosoph verdeutlicht das am Beispiel von Elektrizit\u00e4t. Energiegenossenschaften in dezentraler B\u00fcrgerhand k\u00f6nnten eine Bedrohung f\u00fcr den Kapitalismus sein, weil das Sonnenlicht nicht k\u00fcnstlich verknappt werden kann. Aber nicht nur die Energieversorgung muss im Degrowth-Kommunismus durch Commons organisiert werden, sondern auch die Produktionsmittel selbst. Auch hier sind die entscheidenden Akteure Genossenschaften, namentlich Arbeitergenossenschaften oder Arbeiterkooperativen. Sie w\u00fcrden, so Saitos, zuk\u00fcnftig von der Arbeiterschaft gemeinsam finanziert und verwaltet und k\u00e4men ohne Kapitalisten und Aktion\u00e4re und Aktion\u00e4rinnen aus.<\/p>\n<p>Das ist keineswegs reine Zukunftsmusik. In Japan gibt es seit bald vierzig Jahren Arbeiterkooperativen in den Bereichen Pflege, Kinderbetreuung, Reinigung sowie Forst- und Landwirtschaft; 15 000 Menschen sind dort besch\u00e4ftigt. Das wohl bekannteste Beispiel einer Kooperative, die Mondrag\u00f3n-Genossenschaft im spanischen Baskenland, wird von Keito Saito ebenfalls erw\u00e4hnt.<\/p>\n<p>\u00abJe mehr radikaler \u00dcberfluss also wiederhergestellt wird, desto kleiner wird die kommerzielle Sph\u00e4re. Dadurch sinkt das BIP, wir haben Degrowth\u00bb, stellt Saito fest. Das Spannende dabei sei, stellt Saito fest, dass die Menschen dadurch nicht \u00e4rmer w\u00fcrden. In einem Leben, das nicht mehr dem Diktat von Arbeitshetze und Geldsorgen unterliege, habe man, so der Philosoph, mehr Zeit f\u00fcr gegenseitige Hilfe und Aktivit\u00e4ten, die nicht unter dem Stern des Konsumismus stehen: Sport, Wandern oder im Park die Natur geniessen, Gitarre spielen usw.<\/p>\n<p>Wer aber soll den Degrowth-Kommunismus durchsetzen? Saito sieht die \u00abSaat\u00bb daf\u00fcr vor allem in Klimabewegungen wie Fridays for Future oder Extinction Rebellion, aber auch in der Bauernbewegung Via Campesina, in der bereits rund 200 Millionen Menschen weltweit aktiv sind, sowie in der s\u00fcdafrikanischen Kampagne f\u00fcr Ern\u00e4hrungssouver\u00e4nit\u00e4t SAFSC. Kohei Saitos zentraler Akteur ist also nicht der Staat, sondern es sind dezentrale Genossenschaften und soziale Bewegungen.<\/p>\n<p><strong>Ulrike Herrmann: Britische Kriegswirtschaft als Modell<\/strong><\/p>\n<p>Einen anderen Ton schl\u00e4gt Ulrike Herrmann an, Wirtschaftsredaktorin der Berliner Tageszeitung \u00abtaz\u00bb und Buchautorin. Ihr Buch \u00abDas Ende des Kapitalismus. Warum Wachstum und Klimaschutz nicht vereinbar sind \u2013 und wie wir in Zukunft leben werden\u00bb erschien 2022, war in Deutschland ein Riesenerfolg und wurde breit diskutiert. Herrmanns Blick auf die Geschichte des Kapitalismus ist \u2013 im Unterschied zum Anthropologen Jason Hickel und zum Philosophen Kohei Saito \u2013 viel positiver. So stellt sie fest: \u00abDer Kapitalismus hat den Hunger \u00fcberwunden und stattdessen \u00dcberfluss produziert, hat \u2039Butterberge\u203a aufget\u00fcrmt und \u2039Milchseen\u203a gef\u00fcllt.\u00bb<br \/>\nDoch jetzt pl\u00e4diert die Autorin f\u00fcr die \u00dcberwindung des Kapitalismus \u2013 und bricht damit mit der keynesianischen Tradition, die das Wachstum des Bruttoinlandprodukts durch Staatsausgaben stimulieren will und auf Grundlage dessen eine gerechtere Verteilung des erwirtschafteten Reichtums zwischen den Unternehmen und Arbeitern innerhalb des Kapitalismus anstrebt.<\/p>\n<p>Gem\u00e4ss Ulrike Herrmann hat der Kapitalismus eine fundamentale Schw\u00e4che: Er erzeugt nicht nur Wachstum, sondern muss auch wachsen, um stabil zu sein. W\u00e4chst er nicht, bricht er zusammen. Doch Wachstum in einer endlichen Welt sei schlicht nicht m\u00f6glich, gr\u00fcnes Wachstum eine Illusion, was Herrmann durchaus vergleichbar mit Jason Hickel und Kohei Saito ausf\u00fchrlich und \u00fcberzeugend darlegt. Ihr Kernargument hier: \u00d6kostrom werde knapp und teuer bleiben, der Abschied von fossilen Energien sei jedoch zwingend notwendig, um die Erde nicht in eine lebensfeindliche Heisszeit zu bef\u00f6rdern. So bleibe nur der Ausweg, den Energieverbrauch zu senken, weniger G\u00fcter zu produzieren, kurz: die Wirtschaft zu schrumpfen.<\/p>\n<p>Herrmann spricht von einem \u00abR\u00fcckbau des Kapitalismus\u00bb, der ein \u00abgr\u00fcnes Schrumpfen\u00bb planvoll erm\u00f6glichen soll, und schl\u00e4gt eine \u00f6kologische Kreislaufwirtschaft oder eine \u00ab\u00dcberlebens\u00f6konomie\u00bb vor, in der nur verbraucht wird, was man auch recyceln kann. Die entscheidende Frage jedoch ist: Wie kommt man da hin? Hier bringt die Journalistin als Vorbild die britische Kriegswirtschaft ab 1939 in die Diskussion ein.<\/p>\n<p><strong>Wenn der Staat die G\u00fcter gerecht verteilt<\/strong><\/p>\n<p>Die Briten waren von der Entfesselung des Zweiten Weltkriegs \u00fcberrascht worden und mussten innert k\u00fcrzester Zeit auf Kosten der zivilen Produktion ihre Wirtschaft in eine Kriegs\u00f6konomie transformieren. Fabriken waren gezwungen, Kapazit\u00e4ten f\u00fcr die Waffenproduktion freizusetzen. Das ging nur zulasten der Friedenswirtschaft; sie musste schrumpfen. Der Staat nahm eine zentrale Rolle ein, indem er vorgab, wovon wie viel produziert werden sollte. G\u00fcter wurden rationiert. Aber: Der Staat sorgte auch daf\u00fcr, dass diese knappen G\u00fcter gerecht verteilt wurden. Das f\u00fchrte dazu, dass es den Armen besser ging als zuvor, \u00abobwohl insgesamt ein Drittel weniger Konsumg\u00fcter zur Verf\u00fcgung standen\u00bb. An Zucker, Fett und Fleisch hatte es den Armen vor 1939 gemangelt, in der Kriegswirtschaft bekamen sie es zugewiesen; Milch und Eier gab es indes nur f\u00fcr Kinder, Schwangere und stillende M\u00fctter. Die Folge: \u00abDie staatlich verordnete Gleichmacherei erwies sich als ein Segen: Ausgerechnet im Krieg waren die unteren Schichten besser versorgt als zuvor.\u00bb Die britische Regierung normierte auch M\u00f6bel und Kleider, um Material- und Arbeitsaufwand zu sparen. Ein Kleid beispielsweise durfte nur zwei Taschen und f\u00fcnf Kn\u00f6pfe aufweisen.<\/p>\n<p>Herrmann nennt die Kriegswirtschaft in Abgrenzung zum sowjetischen Modell eine \u00abprivate Planwirtschaft\u00bb. \u00abDer Staat gab vor, was produziert wurde \u2013 aber die Unternehmen blieben im Eigentum ihrer Besitzer.\u00bb Firmen, Handwerksbetriebe, Restaurants oder L\u00e4den wurden nicht verstaatlicht, sondern konnten selbst entscheiden, wie sie ihre Betriebe f\u00fchrten. Der Staat steuerte indirekt, indem er Rohstoffe, Kredite und Arbeitskr\u00e4fte zuteilte. Weil w\u00e4hrend des Kriegs Arbeitskr\u00e4fte knapp waren, verf\u00fcgte der Staat \u00fcber ein zentrales Steuerungsinstrument, das sogenannte \u00abManpower Budget\u00bb.<\/p>\n<p>Es geht Ulrike Herrmann aber nicht darum, die Schweiz oder Deutschland auf das materielle Versorgungsniveau von 1940 zur\u00fcckzuf\u00fchren. Deutschlands Wirtschaft sei in den letzten achtzig Jahren um das Zehnfache gewachsen. \u00abSelbst wenn von diesem gewaltigen Wohlstand nur die H\u00e4lfte \u00fcbrigbliebe, w\u00e4ren wir immer noch so reich wie im Jahr 1978\u00bb, stellt die Autorin fest. Ein Jahr, in dem es den Menschen keineswegs schlechter ging als heute, wie die Gl\u00fccksforschung gezeigt hat.<\/p>\n<p>Es ist der Mechanismus der Kriegswirtschaft, um den es sich bei Ulrike Herrmann dreht. Dieser k\u00f6nnte ein Modell liefern, wie eine private Planwirtschaft die zivile Produktion geordnet schrumpfen l\u00e4sst, damit die \u00f6kologischen Grenzen eingehalten werden \u2013 und knappe G\u00fcter egalit\u00e4rer verteilt werden, damit der soziale Frieden erhalten bleibt. Dem Staat kommt damit bei Herrmann \u2013 im Unterschied zu Hickel und Saito \u2013 eine zentrale Rolle zu. Selbst in normalen Zeiten spiele der Staat eine tragende Rolle, schreibt sie, weswegen es jederzeit m\u00f6glich w\u00e4re, wieder in eine Art Kriegswirtschaft zu wechseln, um das Klima zu retten. Ulrike Herrmann grenzt sich dabei explizit von \u00f6kosozialistischen Konzepten ab. Die Geschichte habe gezeigt, schreibt sie, dass staatliche Planung nicht funktioniere, wenn sie zugleich fast das gesamte Eigentum abschaffe.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Was ist die Essenz der Beitr\u00e4ge von Jason Hickel, Kohei Saito und Ulrike Herrmann zur Degrowth-Diskussion? F\u00fcnf Punkte sind hervorzuheben:<\/p>\n<p>1. Alle drei haben eine fundierte Kritik an der vorherrschenden liberalen Klima- und \u00d6kologiepolitik vorgelegt. Gr\u00fcnes Wachstum, so zeigen sie, ist eine Illusion.<\/p>\n<p>2. Sie machen die kapitalistische Wirtschaftsweise mit ihrem inh\u00e4renten Zwang zur Kapitalakkumulation, der von zunehmender Naturzerst\u00f6rung und steigenden Emissionen nicht zu trennen ist, als wichtigsten Grund f\u00fcr das unaufh\u00f6rliche Streben nach mehr Wachstum aus. Soll die Wirtschaft in Einklang mit den planetaren Grenzen gebracht werden, muss die \u00d6konomie anders als kapitalistisch strukturiert sein. Jason Hickel spricht von einer postkapitalistischen Welt, Ulrike Herrmann von einer \u00dcberlebens\u00f6konomie und Kohei Saito vom Degrowth-Kommunismus.<\/p>\n<p>3. Alle drei r\u00e4umen mit Mythen \u00fcber die Wachstumskritik auf: Das Bruttoinlandprodukt ist nicht zentral, sondern nur eine hochaggregierte Zahl, die zu Recht kritisiert wird. Entscheidend ist der Energie- und Ressourcenverbrauch. Dieser muss zwar global insgesamt sinken, aber diese Reduktion muss in erster Linie von den USA und Europa getragen werden. Zugespitzt: Die Superreichen, die Anteile an den fossilen und energieintensiven Konzernen halten, und die oberen Klassen m\u00fcssen verzichten.<\/p>\n<p>4. Diese Erkenntnisse verdeutlichen, dass Degrowth ein egalit\u00e4res Projekt ist, das f\u00fcr soziale Gleichheit sorgt.<\/p>\n<p>5. Bis dato hat die Wachstumskritik die Produktion nie so deutlich ins Zentrum ger\u00fcckt; bislang lag der Fokus auf Konsum und einem gen\u00fcgsamen Lebensstil der Individuen.<\/p>\n<p>Diese Verschiebung der Kritik ist \u00fcberzeugend, ein Nachteil geht jedoch damit einher: Wenn das System die Schuld tr\u00e4gt, kann sich das Individuum aus der Verantwortung stehlen. Oder wie es ein Rezensent von Saitos Buch formulierte: Bei der Lekt\u00fcre von Saitos Buch f\u00fchle sich der Leser, die Leserin prim\u00e4r als Opfer widriger Umst\u00e4nde \u2013 das wirke fast schon wie Opium.<\/p>\n<p>In der Logik stimmt es dann auch, dass sich das Individuum bei einem suffizienzorientierten Lebensstil als handelnder Akteur erleben kann. Andererseits ist nicht von der Hand zu weisen, dass ein ge\u00e4ndertes Konsumverhalten wie ein Ablasshandel fungiert und das Gewissen entlastet, jedoch nichts am insgesamt zu hohen Energie- und Ressourcenverbrauch \u00e4ndert. Rebound-Effekte k\u00f6nnen auch bei einem gen\u00fcgsamen Lebensstil eintreten. Fragen beispielsweise viele Menschen in Europa weniger Energie nach, f\u00fchrt dieser Nachfrageausfall auf globalen M\u00e4rkten zu einem Preisr\u00fcckgang. Dieser wiederum versetzt Konsumschichten im Globalen S\u00fcden in die Lage, diese Energie nachzufragen.<\/p>\n<p>Vielleicht ist die Synthese von beidem ein Ausweg. Es ist offenkundig, dass die Menschen im Globalen Norden, je nach Klassenposition und sozialer Lage, einen gen\u00fcgsameren Lebensstil in Bezug auf individuelle Konsumg\u00fcter (aber nicht in Bezug auf die Nutzung \u00f6ffentlicher G\u00fcter) werden f\u00fchren m\u00fcssen. Das jedoch muss einhergehen mit einer postkapitalistischen \u00d6konomie, in der es global feste Obergrenzen f\u00fcr den Natur- und Energieverbrauch gibt und in der der Zwang zur Kapitalerweiterung aufgehoben ist. Als erster Tritt auf das Gaspedal des Kapitalismus und als Modell k\u00f6nnte dabei durchaus der Mechanismus der britischen Kriegs\u00f6konomie dienen.<\/p>\n<p><strong>Literaturhinweise<\/strong><\/p>\n<p>Alcott Blake: Jevons\u2019 Paradoxon (Reboundeffekt). In: D\u2019Alisa Giacomo, Demaria Federico, Kallis Giorgos (Hrsg.): Degrowth \u2013 Handbuch f\u00fcr eine neue \u00c4ra. M\u00fcnchen, 2016, S. 142\u2013146.<br \/>\nHerrmann Ulrike: Das Ende des Kapitalismus. Warum Wachstum und Klimaschutz nicht vereinbar sind \u2013 und wie wir in Zukunft leben werden. K\u00f6ln, 2022.<br \/>\nHickel Jason: Weniger ist mehr. Warum der Kapitalismus den Planeten zerst\u00f6rt und wir ohne Wachstum gl\u00fccklicher sind. M\u00fcnchen, 2022.<br \/>\nSaito Kohei: Systemsturz. Der Sieg der Natur \u00fcber den Kapitalismus. M\u00fcnchen, 2023.<\/p>\n<p>aus: <a href=\"https:\/\/www.caritas.ch\/de\/almanach-entwicklungspolitik-2025\/\">Almanach Entwicklungspolitik 2025<\/a>. Postwachstum \u2013 Ausweg aus Klimakrise und Armut?, hrsgg. von Caritas Schweiz<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Diskussion um Degrowth bzw. das Postwachstum ist system- und kapitalismuskritischer geworden. Sogar gr\u00fcnes Wachstum gilt mittlerweile als Illusion. 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