{"id":231,"date":"2010-10-01T17:10:32","date_gmt":"2010-10-01T15:10:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.guidospeckmann.de\/?p=231"},"modified":"2012-12-23T12:20:01","modified_gmt":"2012-12-23T11:20:01","slug":"ein-buch-als-verdichtung-von-diskursen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/guidospeckmann.de\/?p=231","title":{"rendered":"Ein Buch als Verdichtung von Diskursen"},"content":{"rendered":"<p>Immerhin: Der Feuilletonchef der FAZ Patrick Bahners schreibt \u2013 allerdings nicht in seinem Hausblatt, sondern in Bl\u00e4tter f\u00fcr deutsche und internationale Politik \u2013 Folgendes: \u00bbNicht wie aus einem Munde, aber immer lauter ert\u00f6nt es heute: Der Islam ist das Problem. Was haben diejenigen gewollt, die diese Parole lancieren? Ralph Giordano und Henryk M. Broder sind redegewaltige M\u00e4nner. Aber sie haben wohl kaum geglaubt, dass s\u00e4mtliche Muslime deutscher Nationalit\u00e4t nach Lekt\u00fcre der Autobiographie von [der niederl\u00e4ndischen Islamkritikerin] Ayaan Hirsi Ali vom Glauben abfallen w\u00fcrden. Aber wenn nicht \u2013 was dann?\u00ab<a href=\"#_edn1\" name=\"_ednref1\">[1]<\/a> <!--more-->Diese Frage, noch vor der j\u00fcngsten Sarrazin-Debatte formuliert, beschreibt exakt das zentrale Problem. Und dieses stellt sich umso dringlicher, wenn man bedenkt, dass Bahners seine Frage mit Bezug auf den Berliner Antisemitismusstreit des Deutschen Kaiserreiches einleitet. In der Sarrazin-Debatte verdichten sich indes mehrere Diskurse und Ph\u00e4nomene, weshalb sie auch als \u00bbdiskursiver Dammbruch\u00ab<a href=\"#_edn2\" name=\"_ednref2\">[2]<\/a> bezeichnet wird. Auf ein paar Aspekte wird im Folgenden thesenartig eingegangen.<\/p>\n<p><em>Die Art und Weise der Rezeption der Thesen Sarrazins bedeutet die R\u00fcckkehr des biologistischen Rassismus als diskussionsw\u00fcrdiges Thema in der politischen Mitte Deutschlands.<\/em><\/p>\n<p>Mehrere Studien<a href=\"#_edn3\" name=\"_ednref3\">[3]<\/a> belegen seit L\u00e4ngerem die weite Verbreitung von ausl\u00e4nderfeindlichen, rassistischen, antisemitischen und anderen Ideologien der Ungleichwertigkeit in der deutschen Bev\u00f6lkerung und der politischen Mitte. Rassismus war nach dem deutschen Faschismus jedoch, die extreme Rechte ausgenommen, nicht mehr biologistisch oder v\u00f6lkisch begr\u00fcndet, sondern kulturalistisch. Das hei\u00dft, dass eine real vorhandene oder konstruierte kulturelle Differenz, die im Widerspruch zur europ\u00e4ischen oder deutschen Kultur steht, als essentialistisch gedacht und abgewertet wird. Vor zwei Jahren schlussfolgerte Eberhard Seidel, dass ein Kulturalismus, der in der Vergangenheit dem \u00e4u\u00dfersten rechten Rand des politischen Spektrums vorbehalten war, sich heute auch in der b\u00fcrgerlichen Mitte gro\u00dfer Popularit\u00e4t erfreue, da diese auf den Zug der \u00bbReligionisierung der Integrationsdebatte\u00ab aufgesprungen sei.<a href=\"#_edn4\" name=\"_ednref4\">[4]<\/a> Sarrazins Thesen von der minderen vererbbaren Intelligenz der Muslime und Araber geht \u00fcber die Dimension des kulturalistischen Rassismus hinaus und begr\u00fcndet Rassismus erneut auch biologisch-deterministisch und eugenisch. Das Raffinierte ist, dass die Reetablierung dieses Rassismus sich mit dem Etikett der Meinungsfreiheit schm\u00fcckt, wie es exemplarisch in der S\u00fcddeutschenZeitung (6.9.2010) Klaus von Dohnanyi gezeigt hat: \u00bbAlso bitte keine Feigheit mehr vor Worten wie Rasse, Juden, Muslime. Es gibt sie. Man darf sie benutzen.\u00ab Wenig verwunderlich ist es daher, dass das extrem rechte Spektrum frohlockt \u2013 sind doch endlich ihre Anschauungen im Mainstream angekommen. Gleichzeitig bef\u00fcrchten sie auch, dass ihr der parteipolitische Erfolg verwehrt bleibt, da das rassistische Potenzial zwar verst\u00e4rkt von der Mitte integriert wird, diese aber weiterhin mit dem Zeigefinger auf die richtigen Nazis zeigt.<\/p>\n<p><em>Die politische Klasse hat Probleme, sich von Sarrazin zu distanzieren. Sie hat ihn zwar aus der Bundesbank hinausgedr\u00e4ngt und vermutlich wird er auch aus der SPD ausgeschlossen. Doch das wird nicht damit begr\u00fcndet, dass er rassistische Positionen vertritt, sondern dass er ein Tabu gebrochen und eine Grenze \u00fcberschritten habe. Gleichzeitig wird ihm noch zugute gehalten, dass er eine wichtige Diskussion angesto\u00dfen habe. Das liegt daran, dass die politische Mitte Deutschlands selbst in einem \u00bbdemokratischen Rassismus\u00ab eingebunden ist und dass biologischer Determinismus in der Bev\u00f6lkerung weite Verbreitung findet.<\/em><\/p>\n<p>Die demokratischen Rassisten ben\u00f6tigen die extremistischen Rassisten, sprich Neonazis, zu Abgrenzungszwecken, um ihre Position und Politik als gem\u00e4\u00dfigt, der Mitte zugeh\u00f6rig und insofern quasi aus sich selbst heraus zu legitimieren. Der Extremismus der Mitte wird insofern auf die extremen R\u00e4nder projiziert, und es wird verkannt, dass es eine immer gr\u00f6\u00dfer werdende Schnittmenge von extrem rechten und Positionen der so genannten Mitte gibt.<a href=\"#_edn5\" name=\"_ednref5\">[5]<\/a> In Bezug auf die Sarrazin-Debatte hat Thomas Steinfeld darauf aufmerksam gemacht: \u00bbEs ist unangenehm, ja sogar peinlich, sich Rechenschaft abzulegen dar\u00fcber, dass es einen demokratischen Rassismus gibt. Aber es gibt ihn, in allen Parteien, in weiten Teilen der Bev\u00f6lkerung, \u00fcberall, wo \u00fcberhaupt die Vorstellung einer nat\u00fcrlichen Staatsangeh\u00f6rigkeit auftaucht.\u00ab (SZ, 31.8.2010) Denn gerade die deutsche Staatsangeh\u00f6rigkeit hat historisch eine lange v\u00f6lkische Tradition. Erst vor wenigen Jahren wurde partiell vom Blutsrecht Abstand genommen und die Staatsb\u00fcrgerschaft auch an das Territorialprinzip gebunden. Auch im Grundgesetz \u00bboffenbart sich der v\u00f6lkische Kern\u00ab des bundesdeutschen Republikverst\u00e4ndnisses, worauf der Freiburger Politikwissenschaftler Dietrich Obernd\u00f6rfer hinweist. Zwar bez\u00f6gen sich die Grundrechte in den Artikeln 1 bis 3 des Grundgesetzes auf jede und jeden, dann aber sei nur von Rechten f\u00fcr Deutsche die Rede.<a href=\"#_edn6\" name=\"_ednref6\">[6]<\/a> Deutsche waren z.B. jene so genannten Russlanddeutschen, die von irgendwo her deutsches Blut in ihren Adern hatten, Deutscher war indessen nicht der so genannte Gastarbeiter, der seit Jahrzehnten in Deutschland arbeitete und Steuern zahlte. Die Zugeh\u00f6rigkeit zum Staatsvolk durch das \u00bbrichtige Blut\u00ab schlie\u00dft somit Obernd\u00f6rfer zufolge eine rassistische Komponente ein.<\/p>\n<p>Was f\u00fcr den Rassismus gilt, gilt auch f\u00fcr Sarrazins eugenische Vorstellungen: Ulrike Baureithel schreibt im Freitag (9.9.2010): \u00bbWas allerdings die Sarrazin vorgeworfene positive Eugenik betrifft, die ihn exkommuniziere, sollte die deutsche Mainstream-Gesellschaft dar\u00fcber nachdenken, ob sie nicht in \u00e4hnlichem Fahrwasser treibt, wenn sie Hartz IV-Empf\u00e4ngern das Elterngeld vorenth\u00e4lt oder wenn k\u00fcnftig gesch\u00e4digte Embryonen im Reagenzglas ausgesondert werden sollten. Ob \u203adeutsches Wesen\u2039 oder \u203agesundes Wesen\u2039, es handelt sich in beiden F\u00e4llen um ein Qualit\u00e4tsurteil.\u00ab Und Felix Klopotek (jungle World, 9.9.2010) weist darauf hin, dass ohne gro\u00dfes Aufsehen die Bundesregierung ein \u00bbSparpaket\u00ab beschlossen habe, das die Ressentiments gegen die prek\u00e4re Unterschicht in Form von Gesetzen festschreibe. \u00bbSo werden die bev\u00f6lkerungspolitischen Ideale Sarrazins vom schwarz-gelben Kabinett l\u00e4ngst verwirklicht.\u00ab<\/p>\n<p><em>Der Sarrazin-Diskurs hat eine entlastende Funktion. Die Politik wird durch den biologischen Determinismus bzw. Essentialismus von der Aufgabe entbunden, etwa in Sachen Integration differenzierte und tiefgehende Ma\u00dfnahmen zu ergreifen. Stattdessen wird mit Schuldzuweisungen gearbeitet. Die Mehrheitsbev\u00f6lkerung wird davon entlastet, etwas falsch gemacht zu haben. Es ist ja der Fremde, der Muslim, der die Schuld tr\u00e4gt und sich nicht integrieren will.<\/em><\/p>\n<p>Die Biologin Veronika Lipphardt (Freitag, 16.9.2010), die die Rezeption menschlicher Biodiversit\u00e4t im 20. Jahrhundert am Max-Planck-Institut erforscht, zeigt, dass die Ursachen f\u00fcr die weite Verbreitung biologischer Determinismen in dem medialen Hype um die Humangenetik der 1990er Jahre zu suchen seien. Es wurden Gene gefunden, die angeblich zum Beispiel f\u00fcr Religiosit\u00e4t, Untreue und Intelligenz etc. zust\u00e4ndig seien. Das Publikum liebe solche Botschaften, weil es das genetische Schicksal eines jeden festlege. Dadurch ist das Individuum entlastet, an sich selbst zu arbeiten, weil ja eh alles vorherbestimmt ist. Auf die Integrationsdebatte \u00fcbertragen hat die Sarrazin-Welle bereits bewirkt, dass die SPD verst\u00e4rkt auf Schuldzuweisungen setzt und \u00bbIntegrationsunwilligen\u00ab mit Repressalien droht.<\/p>\n<p><em>Die Aussage, wonach der Islam per se nicht mit Demokratie und Aufkl\u00e4rung vereinbar ist, ist falsch. Sie verr\u00e4t mehr \u00fcber den Westen als \u00fcber den Islam\/Orient und dient der Feindbildkonstruktion bzw. der Festigung des Selbstbildes der westlich kapitalistischen Gesellschaften.<\/em><\/p>\n<p>Zun\u00e4chst: Es ist sicher richtig, dass die islamisch gepr\u00e4gten L\u00e4nder keine der mit den westlichen Aufkl\u00e4rungen, S\u00e4kularisierungen und Revolutionen vergleichbaren Prozesse hervorgebracht haben. Doch die Frage ist: Liegt das ausschlie\u00dflich am Islam? Und ist andererseits das Christentum die Ursache der Prozesse, die im Westen zu parlamentarischen Demokratien gef\u00fchrt haben? Sicher nicht: Mohssen Massarrat weist darauf hin, dass \u00bbnicht der Islam die Demokratisierung verhinderte und auch nicht das Christentum die Demokratisierung bef\u00f6rderte, sondern dass letztlich das Fehlen eines selbstst\u00e4ndigen B\u00fcrgertums in den orientalischen Gesellschaften und die Entstehung desselben in okzidentalen Gesellschaften f\u00fcr die \u00f6konomische und politische Stagnation dort und die Modernisierung hier verantwortlich war.\u00ab<a href=\"#_edn7\" name=\"_ednref7\">[7]<\/a><\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus: Die europ\u00e4ische Renaissance und Aufkl\u00e4rung w\u00e4re ohne die \u00dcberlieferung durch die islamische Kultur und ohne islamische Schriftgelehrte undenkbar gewesen. Auch \u00e4rztliches Wissen und zahlreiche kulturellen Praktiken der arabischen L\u00e4nder sind Bestandteil der so genannten westlich-europ\u00e4ischen Kultur geworden<a href=\"#_edn8\" name=\"_ednref8\">[8]<\/a> \u2013 bezeichnend ist, dass dies vergessen wurde bzw. der Feindbildkonstruktion zum Opfer fiel.<\/p>\n<p>Ferner wird in diesem Diskurs gar nicht mehr die Frage gestellt: Ist es \u00fcberhaupt erstrebenswert, was \u00bbder Westen\u00ab vorlebt: Denn \u00bbder Westen\u00ab steht ja genauso f\u00fcr Kreuzz\u00fcge, Kolonialismus, Imperialismus, Weltkriege und Holocaust. Und auch wenn von diesen Makroverbrechen abgesehen wird. All das, was sonst noch am Islam kritisiert wird, fand man noch vor kurzem und findet man noch heute in den westlichen L\u00e4ndern: z.B. die Unterdr\u00fcckung der Frau. Formell gleichberechtigt verdienen sie immer noch viel weniger als M\u00e4nner, sind kaum in Spitzenpositionen zu finden und zuhause h\u00e4uslicher und sexueller Gewalt ausgesetzt.<\/p>\n<p>Was in der \u00bbwestlichen Kultur\u00ab fehlt, ist eine kritische, geschichtliche Reflexion des \u00bbWir\u00ab und wie es historisch geworden ist \u2013 mit all seinen Schattenseiten. Es fehlt \u00fcberdies eine Infragestellung der doppelten Standards des Westens, der gerne Ehrenmorde beklagt, aber gleichzeitig durch strukturelle Gewalt und Kriege im Namen der Menschenrechte \u00bbden Hass auf den Westen\u00ab (Jean Ziegler) heraufbeschw\u00f6rt. Robert Misik hat darauf aufmerksam gemacht, dass dieser Hass nicht nur auf Gewalt und Ausbeutung, sondern auch auf der Anziehungskraft seiner Kommerzkultur beruht. Er zitiert den franz\u00f6sischen Islamwissenschaftler Gilles Kepel, der im Islamismus eine moderne Reaktion auf die Moderne sieht, und Olivier Roy, der den Aufstieg des Fundamentalismus gar als Symptom f\u00fcr \u00bbVerwestlichung\u00ab \u2013 eine \u00bbVerwestlichung\u00ab, die etwas anderes meint als selbst westlich zu werden. Misik folgert, dass ethnischer und religi\u00f6ser Fundamentalismus eine Gegenreaktion auf die globale Konsumkultur, ein partikularer Abwehrversuch sei. \u00bbWelchen Grad an Rationalit\u00e4t oder Irrationalit\u00e4t wir ihm zubilligen, ist v\u00f6llig unerheblich, und wenn er eine Reaktion auf die global hegemoniale Kultur ist, folgt daraus logischerweise, dass er mindestens ebenso sehr ein Produkt der westlichen Konsumkultur wie der islamischen Gesellschaften selbst ist. Mag er ein Monster sein, dann ist er das Monster, das wir selbst gez\u00fcchtet haben.\u00ab<a href=\"#_edn9\" name=\"_ednref9\">[9]<\/a><\/p>\n<p>Den Fokus auf die kritische Reflexion des Konstruktionscharakters von Kultur, der weg von \u00bbden Fremden\u00ab und hin zur eigenen Gesellschaft f\u00fchrt, ist Thema des Buches \u00bbDie \u203awestliche Kultur\u2039 und ihr Anderes\u00ab von Iman Attia.<a href=\"#_edn10\" name=\"_ednref10\">[10]<\/a> Ihr geht es nicht darum, \u00bbdas Fremde\u00ab zu verstehen, sondern darum zu zeigen, was das Reden \u00fcber den \u00bbFremden\u00ab und \u00fcber das \u00bbEigene\u00ab aussagt. Eine ihrer Thesen ist, dass die Fokussierung auf den Islam die Verleugnung der Relationalit\u00e4t und Interdependenz zwischen Westen und Islam und damit der eigenen Anteile an der politischen und gesellschaftlichen Entwicklung der \u00bbAnderen\u00ab ausblendet. Die Konstruktion des Islam als Bedrohung definiert die Aggression des Westens in Verteidigung um.<\/p>\n<p><em>Es trifft zu, dass manche Beschreibungen und Korrelationen Sarrazins zutreffend sind, das muss jede Ideologie\/Demagogie leisten, will sie Wirkung entfalten. Aber dies sagt noch nichts \u00fcber die Ursachen aus. Diese liegen in der nachlassenden sozialen Integrationsf\u00e4higkeit des gegenw\u00e4rtigen Kapitalismus und in der jahrzehntelangen Weigerung der BRD, anzuerkennen, ein Einwanderungsland zu sein.<\/em><\/p>\n<p>Dass Sarrazin ein Demagoge ist, belegt ein Zitat von ihm selbst: Einem Journalisten der S\u00fcddeutschen Zeitung erz\u00e4hlte er im M\u00e4rz 2010 Folgendes: Wenn man keine Zahl habe, muss \u00bbman eine sch\u00f6pfen, die in die richtige Richtung weist, und wenn sie keiner widerlegen kann, dann setze ich mich mit meiner Sch\u00e4tzung durch\u00ab. Allerdings breitet er in seinem Werk auf vielen Seiten viele Zahlen aus, wobei er vor schlichten F\u00e4lschungen nicht zur\u00fcckschreckt.<a href=\"#_edn11\" name=\"_ednref11\">[11]<\/a> \u00dcberdies nimmt er andere Studien, die eine wesentlich bessere Integration der migrantischen Bev\u00f6lkerung konstatieren, nicht zur Kenntnis.<a href=\"#_edn12\" name=\"_ednref12\">[12]<\/a> Ein paar Beispiele: Der j\u00fcngste Bericht des Bundesamtes f\u00fcr Migration und Fl\u00fcchtlinge weist f\u00fcr die Migration von und nach Deutschland einen negativen Saldo aus, nicht nur f\u00fcr T\u00fcrken. Einer Studie der Uni Rostock zufolge n\u00e4hert sich die Geburtenraten der \u00bbt\u00fcrkischen\u00ab Frauen denen der \u00bbdeutschen an,<a href=\"#_edn13\" name=\"_ednref13\">[13]<\/a> in der zweiten Generation bereits ist die Herkunft so gut wie bedeutungslos f\u00fcr die Geburtenzahlen. Untersuchungen zeigen, dass die Probleme von Menschen mit ausl\u00e4ndischen Wurzeln am Arbeitsmarkt vor allem auf die unzureichende Integrationspolitik in Deutschland zur\u00fcckzuf\u00fchren sind. Das Mannheimer Zentrum f\u00fcr Europ\u00e4ische Sozialforschung fand heraus, dass der Bildungsanspruch in t\u00fcrkischen Familien h\u00f6her sei als in deutschen. Studien zeigen ferner, dass bei der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung Immigranten unterm Strich einen positiven Beitrag leisten. Die Bef\u00fcrchtung, so der Arbeitsmarktforscher Herbert Br\u00fccker, dass der Lohnwettbewerb von Migranten die Arbeitspl\u00e4tze von deutschen Arbeitnehmern gef\u00e4hrde, wird durch die empirischen Befunde nicht best\u00e4tigt. \u00bbIm Gegenteil, deutsche Arbeitnehmer geh\u00f6ren in der Regel zu den Gewinnern der Zuwanderung. Sie profitieren durch steigende L\u00f6hne und, allerdings nur in geringem Umfang, durch fallende Arbeitslosigkeitsrisiken. Die Verlierer sind dagegen in der ausl\u00e4ndischen Bev\u00f6lkerung zu suchen, weil sie st\u00e4rker als die Inl\u00e4nder mit den Zuwanderern in den gleichen Arbeitsmarktsegmenten konkurrieren.\u00ab<a href=\"#_edn14\" name=\"_ednref14\">[14]<\/a><\/p>\n<p>Das zeigt: Es geht nicht um die Wahrheit, es geht um das Ressentiment, welches Sarrazin und seine Verteidiger mit dem Mantel Wissenschaft zuzudecken suchen. Achim B\u00fchl schreibt in Bezug auf andere so genannte Islamkritiker, dass es die Macht des Rassismus sei, die unbewusst zur h\u00f6chstselektiven Form der Wahrnehmung f\u00fchre und rassistische Erfahrung produziere, indem sie soziologisch Multiples eindimensional kulturalisiert und \u00bbSt\u00f6rvariablen\u00ab wie soziale Herkunft, Bildung, Milieu, Klasse etc. ausblendet.<a href=\"#_edn15\" name=\"_ednref15\">[15]<\/a> Von der Integrationsresistenz des Islam an sich k\u00f6nne also keine Rede sein, das arbeitet auch Ulrich K. Preu\u00df heraus.<a href=\"#_edn16\" name=\"_ednref16\">[16]<\/a><\/p>\n<p><em>Die Sarrazin-Debatte bedeutet eine Verkn\u00fcpfung von Sozialrassismus<a href=\"#_edn17\" name=\"_ednref17\">[17]<\/a> und ethnischen Zuschreibungen.<\/em><\/p>\n<p>Albert Scharenberg arbeitet in einer Untersuchung der Unterschichten- und Sozialstaats-Diskussion in den Vereinigten Staaten heraus, dass diese auch rassistisch unterlegt ist, indes eine \u00bbsimple \u00dcbertragung\u00ab auf die deutsche Diskussion nicht angeraten sei, wo \u00bbLangzeitarbeitslosigkeit bzw. dauerhafte Exklusion (noch) nicht so stark ethnisch bzw. \u203arassisch\u2039 kodiert ist\u00ab.<a href=\"#_edn18\" name=\"_ednref18\">[18]<\/a> Dieses \u00bb(noch) nicht so stark\u00ab steht nun vor dem Hintergrund der Diskussionen um Sarrazin zur Debatte. Absehbar ist, dass eine st\u00e4rkere ethnische Zuschreibung von in Armut lebenden Menschen mit einer Stigmatisierung derselben einhergehen wird, gegen die sich wiederum die braven Steuerzahler und Leistungsbereiten mobilisieren lassen. Zur Folge haben k\u00f6nnte das die staatliche Bek\u00e4mpfung der Armen mit Mitteln der Repression, wie es der Sozialwissenschaftler Lo\u00efc Wacquant in seiner Studie \u00bbBestrafen der Armen\u00ab (2009) untersucht hat. Ihm zufolge ist die Bestrafung der Armen die d\u00fcstere Seite des Neoliberalismus, der zwar einerseits den schlanken Staat durch den Abbau sozialstaatlicher Leistungen predige, andererseits sich die \u00bbunsichtbare Hand\u00ab des Marktes aber zur \u00bbeisernen Faust\u00ab balle, wenn sie es mit den Verlierern und angeblich potenziell Kriminellen des neoliberalen Kapitalismus zu tun bekommt.<\/p>\n<p><em>Sarrazins Angst vor dem Aussterben der (intelligenten) Deutschen reiht sich ein in die Inanspruchnahme des b\u00fcrgerlichen \u00bbapokalyptischen Demografiediskurses\u00ab, der eine Naturalisierung gesellschaftlicher Verh\u00e4ltnisse darstellt.<\/em><\/p>\n<p>Der Historiker Thomas Etzem\u00fcller hat in einer historischen Diskursanalyse die Diskussion \u00fcber den angeblich bald bevorstehenden demografischen Kollaps in Deutschland und Schweden des 20. Jahrhunderts untersucht und sich die Frage gestellt, warum die prognostizierten Entwicklungen bislang nie zutrafen, aber sich der Demografiediskurs dennoch weiter einer gro\u00dfen Beliebtheit erfreute und erfreut. Seine Vermutung: die Diskussion sei eine Erfindung bzw. ein Beschreibungsmodus, um f\u00fcr soziale Ver\u00e4nderungen, die man nicht in den Griff bekommt, wenigstens eine Ursache angeben zu k\u00f6nnen.<a href=\"#_edn19\" name=\"_ednref19\">[19]<\/a> Diese Vermutung ist noch zuzuspitzen: Denn der Rekurs auf Bev\u00f6lkerungsstatistiken etc. stellt eine Naturalisierung von gesellschaftlichen \u2013 also von Menschen gemachten und daher auch ver\u00e4nderbaren \u2013 Verh\u00e4ltnissen dar. Dem Bev\u00f6lkerungsdiskurs sind lediglich zwei Parameter zur Ver\u00e4nderung immanent: Raum und Bev\u00f6lkerung. \u00bbVolk ohne Raum\u00ab war das Programm der Nazis und bedeutet Eroberungs- und Vernichtungskrieg nach au\u00dfen und im Inneren die Stigmatisierung von Teilen der Bev\u00f6lkerung als lebensunwert \u2013 mit den bekannten Konsequenzen. Eugenisches Denken und seine Verwirklichung etwa in Form von Zwangssterilisationen gab es indes auch im sozialdemokratischen Schweden, den USA sowie der Sowjetunion. Im \u00dcbrigen nimmt Sarrazin ja selbst Bezug auf das sozialdemokratische schwedische Forscherpaar Alva und Gunnar Myrdal, die eugenisches Denken vertraten, die \u00dcberfremdung Schwedens konstatierten und Zwangssterilisationen bef\u00fcrworteten. F\u00fcr die Sozialdemokratie wie f\u00fcr die Linke insgesamt stellt sich hier das Problem, wie bei planerischen Eingriffen in die Gesellschaft, z.B. in Gestalt des Social Engineering \u2013 diese Begriff ist in Schweden positiv besetzt \u2013 die Balance zwischen utopischem Potenzial und Degradierung der Individuen zu Objekten auszuhalten ist.<a href=\"#_edn20\" name=\"_ednref20\">[20]<\/a> Heute ist der umgedrehte Nazislogan \u00bbRaum ohne Volk\u00ab (Spiegel-Titelbild vor zehn Jahren) Leitprogramm von Elitenvertretern wie Gunnar Heinsohn (der das Wachsen der Unterschicht durch die Streichung von Hartz IV bek\u00e4mpfen will) oder eben Sarrazin. Ihm kommt der zweifelhafte Verdienst zu, den allgegenw\u00e4rtigen Demografiediskurs erneut mit der Eugenik kurzzuschlie\u00dfen. Denn genau das war er Etzem\u00fcller zufolge geschichtlich immer. Dieser charakterisierte den Bev\u00f6lkerungsdiskurs \u00fcberdies als b\u00fcrgerliches Ph\u00e4nomen, weil es immer um die Angst der Mittelschicht gehe.<a href=\"#_edn21\" name=\"_ednref21\">[21]<\/a><\/p>\n<p><em>Die derzeitige Integrationsdebatte meint im Kern eine verkappte Assimilation und nimmt repressivere Z\u00fcge an. Sie steht damit in Widerspruch zum Grundgesetz, welches festlegt, dass niemand seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse (sic!), seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religi\u00f6sen oder politischen Anschauungen wegen benachteiligt oder bevorzugt werden darf.<\/em><\/p>\n<p>In seiner Replik auf den konservativen Staatsrechtler Josef Isensee argumentiert Ulrich K. Preu\u00df, dass ein Verfassungsstaat, der rund 20 Prozent seiner Bev\u00f6lkerung gleiche staatsb\u00fcrgerliche Rechte nur unter der Bedingung gew\u00e4hre, dass sie sich unauff\u00e4llig in die Gesellschaft der Autochthonen integriere, seine eigenen normativen Grundlagen verletze. Diese verpflichteten ihn, das individuelle Recht auf Verschiedenheit und deren sichtbaren \u00c4u\u00dferungen anzuerkennen. Eine feststehende, unwandelbare kulturelle Identit\u00e4t \u2013 die deutsche Leitkultur \u2013 gebe es nicht. Die Antwort, die Sarrazin und andere auf die \u00dcberfremdungs\u00e4ngste geben \u2013 n\u00e4mlich Schutz des deutschen Volkes und seiner Identit\u00e4t \u2013 ist somit eine Antwort auf eine falsch gestellte Frage bzw. ein falsches Problembewusstsein. Die richtige Frage, so Preu\u00df, laute vielmehr: \u00bbWelches sind die beg\u00fcnstigenden, welches die abtr\u00e4glichen Bedingungen daf\u00fcr, dass Individuen mit unterschiedlicher sozialer, geographischer und ethnischer Herkunft und kultureller Pr\u00e4gung sich an den Bildungs- und Willensbildungsprozessen eines gemeinsam zu schaffenden gesellschaftlichen und in der Konsequenz auch politischen \u203aWir\u2039 beteiligen und Regeln wechselseitiger Achtung erzeugen und befolgen?\u00ab Diese Frage schlie\u00dfe die M\u00f6glichkeit ein, dass Menschen mit und ohne Migrationshintergrund gleicherma\u00dfen an den Prozessen der Herstellung und Wahrung eines gesellschaftlichen \u00bbWir\u00ab nicht teilhaben, sei es, dass sie ausgegrenzt werden, sich selbst ausschlie\u00dfen oder nicht \u00fcber die erforderlichen Ressourcen f\u00fcr die Teilnahme verf\u00fcgen.<a href=\"#_edn22\" name=\"_ednref22\">[22]<\/a> Konkret: Das Problem der migrationsspezifischen Integration gibt es, es hat seine Ursache jedoch in erster Linie in soziopolitischen Ursachen, die im Verantwortungsbereich der Politik und der Mehrheitsgesellschaft liegen. Die Herstellung gleicher Lebenschancen und nicht der Schutz einer deutschen Leitkultur sei die eigentliche Aufgabe. Da die deutsche Mehrheitsgesellschaft \u00fcber die M\u00f6glichkeiten, Ressourcen und Machtmittel f\u00fcr die Herstellung dieser Lebensbedingungen verf\u00fcgt, f\u00e4llt die Integrationsbilanz der Bundesrepublik somit schlecht aus \u2013 ganz abgesehen von dem erw\u00e4hnten v\u00f6lkisch-homogenen Denken, welches Fremde ausschloss. Integration, darauf wies Peter Kruschwitz (Freitag 16.9.2010) mit Rekurs auf deren semantische Bedeutung (Erneuerung) hin, bedeutet also nicht, dass sich Deutschland abschafft, sondern dass es sich erneuert bzw. im steten Wandel begriffen ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div dir=\"LTR\" id=\"edn1\">\n<p><a href=\"#_ednref1\" name=\"_edn1\">[1]<\/a> Patrick Bahners, Fanatismus der Aufkl\u00e4rung. Zur Kritik der Islamkritik, in: Bl\u00e4tter f\u00fcr deutsche und internationale Politik 9\/2010<\/p>\n<\/div>\n<div dir=\"LTR\" id=\"edn2\">\n<p><a href=\"#_ednref2\" name=\"_edn2\">[2]<\/a> Albrecht von Lucke, Sarrazins Untergang des Abendlandes, in: taz, 10.9.2010<\/p>\n<\/div>\n<div dir=\"LTR\" id=\"edn3\">\n<p><a href=\"#_ednref3\" name=\"_edn3\">[3]<\/a> Vgl. etwa die von Wilhelm Heitmeyer herausgegebenen B\u00e4nde \u00bbDeutsche Zust\u00e4nde\u00ab, sowie die Studien der Friedrich Ebert Stiftung, \u00bbVom Rand zur Mitte. Rechtsextreme Einstellungen und ihre Einflussfaktoren in Deutschland\u00ab und \u00bbEin Blick in die Mitte\u00ab.<\/p>\n<\/div>\n<div dir=\"LTR\" id=\"edn4\">\n<p><a href=\"#_ednref4\" name=\"_edn4\">[4]<\/a> Eberhard Seidel, In welche Richtung verschieben sich die medialen Diskurse zum Islam?, in: Wilhelm Heitmeyer, Deutsche Zust\u00e4nde, Folge 6, Frankfurt\/Main 2006, S. 258.<\/p>\n<\/div>\n<div dir=\"LTR\" id=\"edn5\">\n<p><a href=\"#_ednref5\" name=\"_edn5\">[5]<\/a> Vgl. Christoph Butterwegge, Themen der Rechten \u2013 Themen der Mitte. Zuwanderung, demografischer Wandel und Nationalbewusstsein, Opladen 2002.<\/p>\n<\/div>\n<div dir=\"LTR\" id=\"edn6\">\n<p><a href=\"#_ednref6\" name=\"_edn6\">[6]<\/a> Dieter Obernd\u00f6rfer, Deutschland zwischen historischer Abwehrhaltung und unausweichlicher \u00d6ffnung gegen\u00fcber (muslimischen) Fremden, in: Thorsten Gerald Schneiders (Hrsg.), Islamfeindlichkeit. Wenn die Grenzen der Kritik verschwimmen, Wiesbaden 2009, S. 129.<\/p>\n<\/div>\n<div dir=\"LTR\" id=\"edn7\">\n<p><a href=\"#_ednref7\" name=\"_edn7\">[7]<\/a> Mohssen Massarrat, Islam und Demokratie: Ein Widerspruch?, in: Bl\u00e4tter f\u00fcr deutsche und internationale Politik 4\/2010<\/p>\n<\/div>\n<div dir=\"LTR\" id=\"edn8\">\n<p><a href=\"#_ednref8\" name=\"_edn8\">[8]<\/a> Vgl. das Kapitel Gegenbilder und Gegenrealit\u00e4ten in: Achim B\u00fchl, Islamfeindlichkeit in Deutschland. Urspr\u00fcnge, Akteure, Stereotype, Hamburg 2010 (im Erscheinen).<\/p>\n<\/div>\n<div dir=\"LTR\" id=\"edn9\">\n<p><a href=\"#_ednref9\" name=\"_edn9\">[9]<\/a> Robert Misik, Das Kult-Buch. Glanz und Elend der Kommerzkultur, Berlin 2007, S. 178.<\/p>\n<\/div>\n<div dir=\"LTR\" id=\"edn10\">\n<p><a href=\"#_ednref10\" name=\"_edn10\">[10]<\/a> Iman Attia, Die \u00bbwestliche Kultur\u00ab und ihr Anderes. Zur Dekonstruktion von Orientalismus und antimuslimischem Rassismus, Bielefeld 2009.<\/p>\n<\/div>\n<div dir=\"LTR\" id=\"edn11\">\n<p><a href=\"#_ednref11\" name=\"_edn11\">[11]<\/a> Vgl. Andreas Zielcke, Angst und Wahrheit, in SZ, 10.9.2010, Ulrike Herramnn\/Alke Wierth, Die Gene sind schuld, in: taz, 29.8.2010.<\/p>\n<\/div>\n<div dir=\"LTR\" id=\"edn12\">\n<p><a href=\"#_ednref12\" name=\"_edn12\">[12]<\/a> Vgl. das erste Jahresgutachten des Sachverst\u00e4ndigenrats deutscher Stiftungen f\u00fcr Integration und Migration, http:\/\/www.svr-migration.de\/?page_id=2019. Vgl. dazu auch Heribert Prantl, Willkommen, SZ, 11.\/12.9.2010.<\/p>\n<\/div>\n<div dir=\"LTR\" id=\"edn13\">\n<p><a href=\"#_ednref13\" name=\"_edn13\">[13]<\/a> www.uni-rostock.de\/detailseite\/news-artikel\/geburtenzahlen-sinken-auch-bei-migrantinnen-schon\/<\/p>\n<\/div>\n<div dir=\"LTR\" id=\"edn14\">\n<p><a href=\"#_ednref14\" name=\"_edn14\">[14]<\/a> Herbert Br\u00fccker, Arbeitsmarktwirkungen der Migration, in: ApuZ, 44\/2009<\/p>\n<\/div>\n<div dir=\"LTR\" id=\"edn15\">\n<p><a href=\"#_ednref15\" name=\"_edn15\">[15]<\/a> B\u00fchl, a.a.O.<\/p>\n<\/div>\n<div dir=\"LTR\" id=\"edn16\">\n<p><a href=\"#_ednref16\" name=\"_edn16\">[16]<\/a> Ulrich K. Preu\u00df, Kein Ort, nirgends. Die vergebliche Suche nach der deutschen Leitkultur \u2013 Eine Replik auf Josef Isensee, in Bl\u00e4tter 6\/2010<\/p>\n<\/div>\n<div dir=\"LTR\" id=\"edn17\">\n<p><a href=\"#_ednref17\" name=\"_edn17\">[17]<\/a>Vgl. zum Sozialrassismus Rudolf Stummberger, Der neue Untergang des Abendlandes. Wie aus der b\u00fcrgerlichen Mitte Sozialrassismus wieder hoff\u00e4hig gemacht wird, in: Sozialismus 9\/2010; Michael Klundt, Neoliberaler Wettbewerbsstaat und (Klassen-)Rassismus in Wissenschaft, Politik und Medien, in: Z.Zeitschrift Marxistische Erneuerung, Nr. 83, September 2010, S. 151-162.<\/p>\n<\/div>\n<div dir=\"LTR\" id=\"edn18\">\n<p><a href=\"#_ednref18\" name=\"_edn18\">[18]<\/a> Albert Scharenberg, Kampfschauplatz Armut. Der Unterschichtendiskurs in den Vereinigten Staaten, in: Bl\u00e4tter f\u00fcr deutsche und internationale Politik 2\/2007, S. 191f..<\/p>\n<\/div>\n<div dir=\"LTR\" id=\"edn19\">\n<p><a href=\"#_ednref19\" name=\"_edn19\">[19]<\/a> Thomas Etzem\u00fcller, Ein ewigw\u00e4hrender Untergang. Der apokalyptische Bev\u00f6lkerungsdiskurs im 20. Jahrhundert, Bielefeld 2009, S. 12.<\/p>\n<\/div>\n<div dir=\"LTR\" id=\"edn20\">\n<p><a href=\"#_ednref20\" name=\"_edn20\">[20]<\/a> Vgl. dazu Thomas Etzem\u00fcller, Die Romantik der Rationalit\u00e4t. Alva &amp; Gunnar Myrdal \u2013 Social Engineering in Schweden, Bielefeld 2010; Thomas Steinfeld, Der Volksverbesserer. Thilos Sarrazin und das Erbe der Sozialdemokratie, in: SZ, 1.9.2020.<\/p>\n<\/div>\n<div dir=\"LTR\" id=\"edn21\">\n<p><a href=\"#_ednref21\" name=\"_edn21\">[21]<\/a> Thomas Etzem\u00fcller, \u00bbDas Denken ist noch ansteckend\u00ab, Interview im Tagesspiegel, 30.8.2010.<\/p>\n<\/div>\n<div dir=\"LTR\" id=\"edn22\">\n<p><a href=\"#_ednref22\" name=\"_edn22\">[22]<\/a> Preu\u00df, a.a.O., S. 78.<\/p>\n<\/div>\n<p>(aus: <a href=\"http:\/\/www.sozialismus.de\/archiv\/sozialismus\/2010\/heft_nr_10_oktober_2010\/\">Sozialismus 10\/2010<\/a>)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Immerhin: Der Feuilletonchef der FAZ Patrick Bahners schreibt \u2013 allerdings nicht in seinem Hausblatt, sondern in Bl\u00e4tter f\u00fcr deutsche und internationale Politik \u2013 Folgendes: \u00bbNicht wie aus einem Munde, aber immer lauter ert\u00f6nt es heute: Der Islam ist das Problem. &hellip; <a href=\"https:\/\/guidospeckmann.de\/?p=231\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"kia_subtitle":"Thesen zur Sarrazin-Debatte","footnotes":""},"categories":[10],"tags":[65],"class_list":["post-231","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hegemoniekampfe","tag-sarrazin-debatte"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/guidospeckmann.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/231","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/guidospeckmann.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/guidospeckmann.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/guidospeckmann.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/guidospeckmann.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=231"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/guidospeckmann.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/231\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":581,"href":"https:\/\/guidospeckmann.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/231\/revisions\/581"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/guidospeckmann.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=231"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/guidospeckmann.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=231"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/guidospeckmann.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=231"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}