{"id":27,"date":"2012-06-18T16:19:03","date_gmt":"2012-06-18T14:19:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.guidospeckmann.de\/?p=27"},"modified":"2012-12-23T12:32:56","modified_gmt":"2012-12-23T11:32:56","slug":"vom-wertkonservatismus-zum-neoliberalen-konkurrenzdenken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/guidospeckmann.de\/?p=27","title":{"rendered":"Vom Wertkonservatismus zum neoliberalen Konkurrenzdenken"},"content":{"rendered":"<p><em>\u201eEs deutet sich daher an, dass konservativ motivierte Abwertungsmuster in der \u00e4lteren Generation langsam von \u00f6konomistisch motivierter Ungleichwertigkeit in der j\u00fcngeren Generation abgel\u00f6st werden.\u201c<\/em> (Klein 2012: 41)<\/p>\n<p>Wo sind eigentlich all die alten CDU\/CSU-Haudegen \u00e0 la Peter Gauweiler, Alfred Dregger, Manfred Kanther, Roland Koch und J\u00f6rg Sch\u00f6nbohm geblieben, die noch bis vor nicht allzu langer Zeit das Profil der konservativen Unionsparteien mitgepr\u00e4gt hatten? Was kann noch als konservatives Profilierungsthema gelten, nachdem bereits die Wehrpflicht und die Bef\u00fcrwortung der Atomenergie den Umschw\u00fcngen der \u00f6ffentlichen Meinung geopfert werden musste? (Gegenw\u00e4rtig scheint es die so genannte Herdpr\u00e4mie zu sein \u2013 doch selbst die ist in der CDU heftig umstritten.)<!--more--><\/p>\n<style type=\"text\/css\"><!--\n@page { margin: 2cm }\n\t\tP { margin-bottom: 0.21cm }\n\t\tA:link { so-language: zxx }\n--><\/style>\n<p>Haben sich die klassisch konservativen Unionspolitiker mithin unterkriegen lassen von Angela Merkel und von dem, was des \u00d6fteren als \u201eSozialdemokratisierung\u201c der CDU bezeichnet wird? Haben wir es gar mit einem \u201eLinksruck auf leisen Sohlen\u201c des konservativen Lagers zu tun, wie der Journalist Werner A. Perger (2008) bereits kurz vor Ausbruch der globalen Finanzkrise meinte? Und ist nicht sogar infolge eben jener Weltwirtschaftskrise der Befund noch zuzuspitzen? Was ist von konservativen Politikern und Feuilletonisten zu halten, die sich nunmehr f\u00fcr eine internationale Finanztransaktionssteuer einsetzen (eine Forderung, f\u00fcr die Attac einst bel\u00e4chelt wurde), die Gier der Banker anprangern und zu glauben beginnen, dass die Linke vielleicht ja doch Recht hatte? Hat der Konservatismus jegliches Profil verloren, ist er vom Strom eines allgemeinen Fortschritts mitgerissen worden?<\/p>\n<p>Oder dr\u00fcckt sich in diesen Ph\u00e4nomenen lediglich das Bewusstsein dar\u00fcber aus, dass klassisch konservative Werte in der bundesdeutschen Bev\u00f6lkerung immer weniger verbreitet sind \u2013 und somit ein weiteres Setzen auf diese unweigerlich zu Misserfolgen an den Wahlurnen f\u00fchren w\u00fcrde? Die Werteforschung jedenfalls hat bereits seit Beginn der 1970er Jahre ein Bild gezeichnet, das von einer Abnahme von Pflichtwerten wie etwa Gehorsam und Unterordnung und einem Bedeutungsgewinn von individualistischer Selbstentfaltung gepr\u00e4gt ist (vgl. Iser\/Schmid 2003: 61).<\/p>\n<p>Um letztere Fragen \u2013 die Verbreitung und Wandlung von konservativen Meinungen in Deutschland \u2013 soll es im Folgenden gehen. Anhand eines kursorischen \u00dcberblicks \u00fcber die bisherige \u00fcberwiegend sozialpsychologische Forschung zum Thema wird dazu zun\u00e4chst dargelegt, was unter diesen zu verstehen ist. Da indes die explizite empirische Forschung zum Sujet konservative Meinungen in der deutschen Bev\u00f6lkerung seit geraumer Zeit keine Fortsetzung gefunden zu haben scheint, werden die empirischen Untersuchungen der Bielefelder Forschungsgruppe um Wilhelm Heitmeyer sowie die so genannten \u201eMitte\u201c-Studien der Friedrich-Ebert-Stiftung als Grundlage genommen. Die zu \u00fcberpr\u00fcfende Hypothese lautet, dass klassisch konservative Einstellungen im R\u00fcckgang begriffen sind. Das allerdings kann nicht umstandslos als Zeichen der Liberalisierung gedeutet werden, da sich im Zuge der \u00d6konomisierung infolge der Wandlung des fordistischen Kapitalismus zu einem neoliberalen Finanzmarkt-Kapitalismus neue Formen der Abwertung von Menschen etabliert haben: n\u00e4mlich die sozialdarwinistische, an \u00f6konomistischen Kriterien orientierte Ideologie der Ungleichwertigkeit.<\/p>\n<p><strong><br \/>\nDie K-Skala: \u00dcberblick \u00fcber die empirische Forschung<\/strong><br \/>\nNachdem es bereits in den 1930er Jahren Beschreibungen von konservativen Einstellungen gegeben hatte, setzte die sozialwissenschaftliche Erforschung mit der Entwicklung der so genannten Konservatismus-Skala von Wilson und Patterson (1968) ein. Ihre Arbeit ist als Fortf\u00fchrung des Ansatzes der autorit\u00e4ren Pers\u00f6nlichkeit von Erich Fromm und vor allem von Adorno, Frenkel-Brunswick, Lewinson und Sanford zu verstehen (vgl. Schumann 2001: 115-121).<\/p>\n<p>Wilson und Patterson erstellten eine 50 Items umfassende Skala f\u00fcr den englischsprachigen Raum. Diese Skala unterschied sich zu herk\u00f6mmlichen Skalen aufgrund ihrer Itemform. Nicht ausformulierte Statements wurden aufgelistet, sondern einzelne Schlagworte. Sie waren der Ansicht, dass Items in Satzform oft zu lang und uneindeutig formuliert sind. Zu gleichen Teilen aus liberalen (z.B. Pyjamaparties) und konservativen Schlagworten (Volkstum) bestehend werde durch die willk\u00fcrliche Anordnung die Ja-Sage-Tendenz verringert. Die Anweisung f\u00fcr die Befragten lautet: \u201eWas bevorzugen Sie bzw. wovon sind Sie \u00fcberzeugt?\u201c \u201e\u2026 Geben sie einfach ihre erste Reaktion wieder&#8230;\u201c Geantwortet werden kann mit \u201eja\u201c, \u201enein\u201c, und \u201ewei\u00df nicht\u201c. So weit zur Methodik.<\/p>\n<p>Inhaltlich haben Wilson und Patterson die Items aus verschiedenen Bereichen zusammengesetzt, die sie als charakteristisch f\u00fcr extrem konservative Menschen ansahen. Im Einzelnen sind dies die Folgenden: religi\u00f6ser Dogmatismus, rechtsgerichtete politische Orientierung, Betonung strenger Regeln und Bestrafungen, Militarismus, Ethnozentrismus und Intoleranz gegen\u00fcber Minderheiten, Bevorzugung konventioneller Kunst, Kleidung und Institutionen, anti-hedonistische Ansichten und Einschr\u00e4nkung im sexuellen Verhalten sowie Widerstand gegen\u00fcber wissenschaftlichem Fortschritt.<\/p>\n<p>Schneider und Minkmar (1972) haben die f\u00fcr den englischen Sprachraum erstellte Konservatismus-Skala von Wilson und Patterson f\u00fcr die deutschen Verh\u00e4ltnisse angepasst. Ihre Kriterien hierbei waren Zeitgem\u00e4\u00dfheit, Allgemeinverst\u00e4ndlichkeit und Kulturspezifit\u00e4t. Schneider und Minkmar erachteten vier Faktoren als charakteristisch f\u00fcr konservative Ansichten: Erstens die Betonung von Zucht und Ordnung sowie nationalistischen Werte, zweitens negative und repressive Haltungen gegen\u00fcber Minderheiten. Diese beiden Faktoren wurden auch als Komponenten eines autorit\u00e4ren Pers\u00f6nlichkeitssyndroms zusammengefasst. Zum dritten und vierten Faktor z\u00e4hlten sie Items, die die Haltung gegen\u00fcber dem christlichen Glauben und christlichen Wertvorstellungen bzw. die Freiz\u00fcgigkeit in sexuellen Belangen zum Ausdruck brachten.<\/p>\n<p>Schneider und Minkmars Modifizierung im Hinblick auf deutsche Verh\u00e4ltnisse folgten noch weitere. Zu nennen w\u00e4re z.B. jene von Schiebel u.a. (1984) und schlie\u00dflich die m.W. letzte von K\u00f6nig\/Frank (2000). Letztere allerdings bezieht sich auf den \u00f6sterreichischen Raum. Es handelt sich dabei im Wesentlichen um Anpassungen an die jeweilige Gegenwart. So wurden beispielsweise die Einstellungen zu Punks oder zu Graffiti als Kunst abgefragt. Das \u00f6sterreichische Forschungsprojekt legte folgende sechs Bereiche zugrunde, von welchen es annahm, dass sie das Merkmal \u201eKonservatismus\u201c pr\u00e4gten: die Ablehnung von Ausl\u00e4ndern und Minderheiten; die Verneinung der Emanzipation der Frau; die Bevorzugung strenger Erziehung und Ablehnung freiz\u00fcgiger Lebenshaltung; Ablehnung sexueller Freiz\u00fcgigkeit und das Festhalten an religi\u00f6sen Geboten; Verschlossenheit gegen\u00fcber Neuem und gegen\u00fcber der Wissenschaft sowie Bef\u00fcrwortung strenger Justiz und wenig liberaler Politik.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a><\/p>\n<p><strong><br \/>\nAutoritarismus<\/strong><br \/>\nBei der Re-Lekt\u00fcre der einzelnen Folgen von \u201eDeutsche Zust\u00e4nde\u201c sowie der \u201eMitte\u201c-Studien der Friedrich-Ebert-Stiftung im Hinblick auf die Frage, was diese \u00fcber die Verbreitung von konservativen Einstellungen heute aussagen, wird das Hauptaugenmerk auf die in den Konservatismus-Skalen h\u00e4ufig genannten Faktoren Autoritarismus, Fremdenfeindlichkeit, Nationalismus und Patriotismus sowie Sexismus gelegt. Dem Ph\u00e4nomen Autoritarismus wird dabei besonderes Gewicht beigemessen, weil autorit\u00e4re Einstellungen und Konservatismus h\u00e4ufig als eng verwandt, gelegentlich sogar als nahezu identisch angesehen werden. Auch die Erfinder der Konservatismus-Skala Wilson und Patterson neigten dazu; f\u00fcr Adorno waren konservative Einstellungen nur ein indirektes Ma\u00df f\u00fcr autorit\u00e4re Tendenzen. Josef Schenk (1980) widmete sich in einem Forschungsprojekt den Unterschieden und Gemeinsamkeiten von Konservatismus und Autoritarismus. Sein Ergebnis: Es gibt eine hohe Korrelation zwischen beiden Ph\u00e4nomenen, dennoch seien sie nicht gleichzusetzen.<\/p>\n<p>Auch von den AutorenInnen von \u201eDeutsche Zust\u00e4nde\u201c wird auf die enge Verwandtschaft von Autoritarismus und konservativen Vorstellungen hingewiesen. So schreiben Zick\/Henry (2009: 201) in ihrem Beitrag \u00fcber den deutsch-deutschen Autoritarismus, dass sich Zusammenh\u00e4nge mit konservativen Vorstellungen zeigen. \u201eWer autorit\u00e4r eingestellt ist, pr\u00e4feriert zugleich politisch eher rechte Sichtweisen, spricht sich eher f\u00fcr Hierarchien zwischen gesellschaftlichen Gruppen aus, weist einen ausgepr\u00e4gten Nationalstolz auf, und schlie\u00dflich geht Autoritarismus ausgesprochen stark mit einer \u00f6konomistischen Wertorientierung einher.\u201c<\/p>\n<p>In den \u201eDeutschen Zust\u00e4nden\u201c wird regelm\u00e4\u00dfig durch eine Kurzskala der Autoritarismus gemessen. Diese besteht aus vier Aussagen, zu denen die Befragten auf vier Stufen ihre Zustimmung oder Ablehnung angegeben k\u00f6nnen. Die Aussagen lauten (in Klammern die Werte der Zustimmung in Prozent aus den Jahren 2002 und 2009): \u201eVerbrechen sollten h\u00e4rter bestraft werden\u201c (87,5; 87,0); \u201eUm Recht und Ordnung zu bewahren, sollte man h\u00e4rter gegen Au\u00dfenseiter und Unruhestifter vorgehen\u201c (80,1; 77,45); 3); \u201eZu den wichtigsten Eigenschaften, die jemand haben sollte, geh\u00f6ren Gehorsam und Respekt vor dem Vorgesetzten\u201c (63,8; 69,15) und \u201eWir sollten dankbar sein f\u00fcr f\u00fchrende K\u00f6pfe, die uns sagen, was wir tun sollen\u201c (31,3; 37,85) (vgl. ebd.: 196 und Heitmeyer\/Heyder 2002: 60).<\/p>\n<p>Zick und Henry zufolge w\u00fcrden alle diese Aussagen konventionelle Wertvorstellungen zum Ausdruck bringen. Ein Blick auf die oben angef\u00fchrten Items zur Konservatismus-Skala sowie die Verwendung des Begriffes \u201ekonventionelle Wertvorstellungen\u201c deutet in der Tat auf den engen Zusammenhang von Autoritarismus und Konservatismus hin. Hatten Heitmeyer\/Heyder (2002: 60) durch den Vergleich mit weiter zur\u00fcckliegenden Untersuchungen noch die eindeutige Tendenz erkennen k\u00f6nnen, dass die Werte seit 1996 angestiegen sind (wobei ein pr\u00e4ziser Vergleich aufgrund unterschiedlicher Skalierung nicht m\u00f6glich war), so ist im Vergleich der Werte von 2002 bis 2009 zwar eine Zunahme der autorit\u00e4ren Unterw\u00fcrfigkeit (Statements 3 und 4) zu konstatieren, w\u00e4hrend die autorit\u00e4re Aggression indes etwas gesunken ist. Nichtsdestotrotz finden, so das Fazit von Zick\/Henry (2009: 201), autorit\u00e4re Aussagen hohe Zustimmung in der deutschen Bev\u00f6lkerung. \u201eAutoritarismus ist dabei im Osten der Republik seit Jahren ausgepr\u00e4gter. Es geht aber in beiden Landesteilen, zum Teil im Westen sogar st\u00e4rker, mit Verunsicherungen und einer konservativen Weltsicht einher. Das gilt auch unabh\u00e4ngig vom jeweiligen Status. Diese Zusammenh\u00e4nge sprechen daf\u00fcr, da\u00df Autoritarismus in Deutschland eine Form des Konventionalismus repr\u00e4sentiert. Der R\u00fcckgriff auf eine solch konventionelle Weltsicht kann in Situationen einen Ausweg darstellen, die gepr\u00e4gt sind von Unsicherheit und Orientierungslosigkeit.\u201c Er l\u00f6se des Weiteren ein Gef\u00fchl der St\u00e4rke aus, wie es sich beispielsweise im Nationalstolz ausdr\u00fccke.<\/p>\n<p>In der Studie \u201eVom Rand zur Mitte. Rechtsextreme Einstellungen und ihre Einflussfaktoren in Deutschland\u201c (FES 2006) werden ebenfalls mittels eines Kurzfragebogens Autoritarismus-Werte in der deutschen Bev\u00f6lkerung ermittelt. Dies erfolgt mittels folgender vier Statements (in Klammern jeweils die Zustimmung in Prozent f\u00fcr Ost- und Westdeutschland): \u201eWichtigste Eigenschaft: Unbedingter Gehorsam gegen\u00fcber der Autorit\u00e4t (47\/46); \u201eKriminalit\u00e4t und sexuelle Unmoral lassen es unumg\u00e4nglich erscheinen, mit gewissen Leuten h\u00e4rter zu verfahren\u201c (80\/74); \u201eDankbarkeit f\u00fcr f\u00fchrende K\u00f6pfe\u201c (41\/46) sowie \u201eGehorsam gegen\u00fcber den Eltern dem Kind dienlich\u201c (47;39) (vgl. ebd.: 2006: 66). Diese Statements weisen ebenfalls Parallelen zu den Statements in den oben angef\u00fchrten Konservatismus-Skalen auf. Auffallend ist die hohe Zustimmung zu den Werten sowie die auch in den \u201eDeutschen Zust\u00e4nden\u201c ermittelte h\u00f6here Bef\u00fcrwortung autorit\u00e4rer Meinungen in den neuen Bundesl\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Die Statements in dem Fragebogen der \u201eDeutschen Zust\u00e4nde\u201c und denen der Mitte-Studie sind recht \u00e4hnlich. Aus diesem Grund kann vermutet werden, dass die autorit\u00e4ren Einstellungen sich im Zeitverlauf von 2006 und 2009 z.T. verst\u00e4rkt haben. Da jedoch bedauerlicherweise in der Erhebung \u201eDie Mitte in der Krise\u201c (FES 2010) kein Autoritarismus-Kurztest durchgef\u00fchrt wurde, kann keine sichere Aussage \u00fcber den Verlauf in dieser Zeitspanne getroffen werden.<\/p>\n<p>Die zehnte und letzte Folge von \u201eDeutsche Zust\u00e4nde\u201c, die mit Befragungs-Resultaten aus dem vergangenen Jahr 2011 aufwartet, f\u00fchrt lediglich f\u00fcr zwei Statements aus der Autoritarismus-Kurzskala Ergebnisse an, nimmt zugleich indes einen Vergleich mit dem Jahr 2003 vor. Demzufolge stimmten in diesem Jahr 87,2 Prozent der deutschen Bev\u00f6lkerung zu, wenn nach der h\u00e4rteren Bestrafung von Verbrechen gefragt wurde. Im Jahr 2011 waren es noch 78,9 Prozent. Die Bef\u00fcrwortung des Item \u201eUm Recht und Ordnung zu bewahren, sollte man h\u00e4rter gegen Au\u00dfenseiter und Unruhestifter vorgehen\u201c sank von 80,5 Prozent im Jahr 2003 auf 67,3 Prozent im vergangenen Jahr. Hier wird also erneut der bereits konstatierte R\u00fcckgang von Meinungen, die autorit\u00e4re Aggressionen zum Ausdruck bringen, sichtbar (vgl. Klein\/Heitmeyer 2012: 94).<\/p>\n<p><strong><br \/>\nAblehnung von Ausl\u00e4ndern und Minderheiten<br \/>\n<\/strong>Die in den Konservatismus-Skalen angef\u00fchrte Ablehnung von Ausl\u00e4ndern und Minderheiten ist in den Erhebungen \u00fcber die \u201eDeutschen Zust\u00e4nde\u201c und die \u201eMitte\u201c-Studien am ehesten mit Fremden- bzw. Ausl\u00e4nderfeindlichkeit zu vergleichen. In letzteren wird sie anhand von diesen drei Statements gemessen (in Klammern die Zustimmungswerte in Prozent aus den Jahren 2006 und 2010): \u201eDie Ausl\u00e4nder kommen hierher, um unseren Sozialstaat auszunutzen\u201c (37\/34); \u201eWenn Arbeitspl\u00e4tze knapp werden, sollte man die Ausl\u00e4nder wieder in ihre Heimat zur\u00fcckschicken\u201c (34,9\/31,7) sowie \u201eDie Bundesrepublik ist durch die vielen Ausl\u00e4nder in einem gef\u00e4hrlichen Ma\u00df \u00fcberfremdet\u201c (39,1\/35,6) (vgl. FES 2006: 37; FES 2010: 78). Wie im Falle der autorit\u00e4ren Aggression ist auch hier eine leicht abnehmende Tendenz zu beobachten. Allerdings: Wenn man den l\u00e4ngeren Zeitraum von 2002 bis 2010 betrachtet, ist seit 2008 wieder eine ansteigende Tendenz zu beobachten. \u201eDie Ausl\u00e4nderfeindlichkeit\u201c, so hei\u00dft es, \u201ehat sich in Gesamtdeutschland von 2008 zu 2010 \u2013 ebenfalls signifikant \u2013 nach oben entwickelt (von 21,2% zu 24,7%) und ist damit wieder fast so hoch wie in den \u00e4lteren Studien.\u201c (FES 2010: 91f.) Der Ost-West-Unterschied von deutlich \u00fcber zehn Prozentpunkten sei dabei im Vergleich zu 2008 in etwa gleich geblieben, da sowohl in Ost- als auch in Westdeutschland die Zustimmung zu ausl\u00e4nderfeindlichen Aussagen gestiegen sei. Bemerkenswert sei aber der sich abzeichnende Aufw\u00e4rtstrend in Ostdeutschland, dem Auf- und Abw\u00e4rtsbewegungen in Westdeutschland gegen\u00fcberstehen (vgl. ebd.).<\/p>\n<p>Damit korrespondierend stellen die Heitmeyer-Studien im Vergleich der Jahre 2003 und 2011 ebenfalls einen R\u00fcckgang der Fremdenfeindlichkeit fest. Stimmten 2003 noch 59,1 Prozent der befragten Personen der Aussage zu, es lebten zu viele Ausl\u00e4nder in Deutschland, so waren es 2011 noch 47,1 Prozent. Meinten 2003 noch 51 Prozent, die in Deutschland lebenden Ausl\u00e4nder seien eine Belastung f\u00fcr das soziale Netz, so waren acht Jahre sp\u00e4ter noch 44,7 Prozent \u201eeher und voll und ganz\u201c dieser Ansicht (vgl. Klein\/Heitmeyer 2012: 94). Gleichwohl: Dies sind immer noch erschreckend hohe Werte.<\/p>\n<p><strong><br \/>\nExkurs: Allgemeine Entwicklung der Ideologien der Ungleichwertigkeit<\/strong><br \/>\nDie von der Heitmeyer-Gruppe so genannten Ideologien der Ungleichwertigkeit bzw. das Syndrom der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit (GMF) \u2013 dazu geh\u00f6ren neben der Ausl\u00e4nderfeindlichkeit noch Antisemitismus, Rassismus, Sexismus, Etabliertenvorrechte, Islamfeindlichkeit, Homophobie und die Abwertung von Behinderten, Obdachlosen, Sinti u. Roma, Asylbewerbern sowie Langzeitarbeitslosen \u2013 haben sich im vergangenen Jahrzehnt insgesamt fast durchweg verringert. Allerdings gibt es Ausnahmen: Die Verbreitung von Rassismus und die Abwertung von Langzeitarbeitslosen haben sich leicht erh\u00f6ht. Antisemitische, sexistische und homophobe Statements indes erfahren z.T. signifikant weniger Zuspruch in der deutschen Bev\u00f6lkerung. Ein Beispiel sei angef\u00fchrt. Dem Statement \u201eEs ist ekelhaft, wenn Homosexuelle sich in der \u00d6ffentlichkeit k\u00fcssen\u201c stimmten 2002 34,8% zu, w\u00e4hrend es 2011 \u201enur\u201c noch 25,3% sind.<\/p>\n<p>Die \u00fcberwiegende Tendenz also scheint auf eine Liberalisierung der Deutschen Zust\u00e4nde hinzuweisen, so stellen die Wissenschaftler fest, dass das rechtspopulistische Potenzial kleiner geworden ist (DeJ 2011: 11). In diesem Sinne wurde die Pr\u00e4sentation der neuesten Folge beispielsweise in der S\u00fcddeutschen Zeitung (12.10.2011) interpretiert: \u201eWer diese Trends betrachtet\u201c, hei\u00dft es dort, \u201eblickt auf eine Gesellschaft, die in diesem Jahrzehnt zumindest partiell weniger menschenfeindlich geworden ist. Markante dramatische Entwicklungen \u2026 zeigen sich bei den Antworten der Befragten eben nicht.\u201c<\/p>\n<p>Das Res\u00fcmee, wonach \u201ein den westeurop\u00e4ischen L\u00e4ndern sich Normen der Toleranz etablieren [konnten]\u201c und \u201elange Zeit gehegte Vorurteile gegen\u00fcber Schwarzen, Juden, Frauen und Homosexuellen zunehmend ge\u00e4chtet [werden]\u201c, spricht in der Tat f\u00fcr \u201eeinen Modernisierungs- und Lernproze\u00df, der in den osteurop\u00e4ischen L\u00e4ndern erst langsam einsetzt\u201c (Zick u.a. 2010: 57).<\/p>\n<p><strong><br \/>\nPatriotismus, Nationalismus, Chauvinismus<\/strong><br \/>\nChauvinismus liegt Decker u.a. (FES 2010: 23) zufolge die Annahme einer deutschen \u00dcberlegenheit gegen\u00fcber anderen Staaten zugrunde. Basis sei der Glaube an eine Vorrangstellung der eigenen Gruppe (z.B. durch Zugeh\u00f6rigkeit zu einer Nation). Ermittelt wird dieses starke Nationalgef\u00fchl mittels folgender Aussagen (in Klammern erneut die Zustimmung in Prozent f\u00fcr die Jahre 2006 und 2010): \u201eWir sollten endlich wieder Mut zu einem starken Nationalgef\u00fchl haben\u201c (39,5\/37,6); \u201eWas unser Land heute braucht, ist ein hartes und energisches Durchsetzen deutscher Interessen gegen\u00fcber dem Ausland\u201c (30,8\/30,6) sowie \u201eDas oberste Ziel der deutschen Politik sollte es sein, Deutschland die Macht und Geltung zu verschaffen, die ihm zusteht\u201c (31,2\/26,8) (vgl. FES 2006: 36; FES 2010: 77). Erneut ist \u2013 wenngleich weniger signifikant \u2013 eine Abnahme der Bef\u00fcrwortung chauvinistischer Positionen feststellbar. Die West-Ost-Differenzierung zeigt sich im Jahr 2010 dabei als fast vernachl\u00e4ssigbar. Das war vier Jahre zuvor noch etwas anders: Die Ostdeutschen zeigten sich zu diesem Zeitpunkt noch weniger chauvinistisch.<\/p>\n<p>In den \u201eDeutschen Zust\u00e4nden\u201c ist in zwei Folgen eine explizite Auseinandersetzung mit Patriotismus und Nationalismus zu finden. In Folge 1 kommen die Autoren Heyder\/Schmidt (2002: 80) zu dem uns hier nur am Rande interessierenden Resultat, dass die Identifikation mit der Nation dann die Abwertung von Fremden, Ausl\u00e4ndern und Juden erh\u00f6ht, wenn die eigene Nation idealisiert wird. Solange die Identifikation mit der Nation eine wertbezogene, an Demokratie orientierte Bindung darstelle, f\u00fchre sie im eigenen Land nicht zu einer Erh\u00f6hung der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit.<\/p>\n<p>Angesichts der Fu\u00dfball-Weltmeisterschaft im Jahre 2006 findet sich zum zweiten der an Heyder\/Schmidt ankn\u00fcpfende, aber die Korrelation von Patriotismus und Fremdenfeindlichkeit differenzierter darstellende Beitrag \u201eNationalismus und Patriotismus als Ursache von Fremdenfeindlichkeit\u201c (Becker u.a. 2006: 131-149).<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Dieser gibt Aufschl\u00fcsse \u00fcber die Verbreitung von patriotischen und nationalistischen Meinungen in der deutschen Bev\u00f6lkerung. Nationalismus wird im Zeitraum von 2002 bis 2006 mit den Aussagen \u201eIch bin stolz darauf, Deutsche\/Deutscher zu sein\u201c und \u201eSind Sie 1 \u00fcberhaupt nicht stolz \u2013 4 sehr stolz auf die deutsche Geschichte?\u201c ermittelt. Je gr\u00f6\u00dfer die Mittelwerte, desto st\u00e4rker ist die Identifikation bzw. der Nationalismus. Die Mittelwerte variieren zwischen 2,90 und 3.12 bzw. 2.25 und 2.34. Das hei\u00dft: \u00dcberwiegend sind die Befragten stolz darauf, ein(e) Deutsche(r) zu sein und \u2013 weniger ausgepr\u00e4gt \u2013 auch stolz auf die deutsche Geschichte.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a><\/p>\n<p>Patriotismus wurde mit den Aussagen \u201eSind sie 1 \u00fcberhaupt nicht stolz \u2013 4 sehr stolz auf die Demokratie in Deutschland?\u201c und \u201eSind sie 1 \u00fcberhaupt nicht stolz \u2013 4 sehr stolz auf die soziale Sicherheit in Deutschland?\u201c ausfindig gemacht. Die Mittelwerte variieren hier nur wenig zwischen 2.81 und 2.89 resp. 2.55 und 2.73 (vgl. ebd.: 138f.)<\/p>\n<p>Ein Entwicklungstrend ist anhand dieser Zahlen f\u00fcr Nationalismus und Patriotismus bis zur WM 2006 nicht festzustellen. Einen Monat nach der WM zeigen die Zahlen der erneuten Befragung jedoch eine Zunahme der nationalistischen und eine Abnahme der patriotischen Werte (vgl. ebd.: 145). Mittlerweile haben auch andere Untersuchungen diese Trend\u00e4nderung infolge der Fu\u00dfballweltmeisterschaft best\u00e4tigt.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a><\/p>\n<p><strong><br \/>\nAblehnung der Emanzipation von Frauen<\/strong><br \/>\nIn der \u201eMitte\u201c-Studie von 2006 wird mittels vier Aussagen die Verbreitung von Sexismus in der deutschen Bev\u00f6lkerung ermittelt. Diese Statements lehnen sich an den Sexismus-Fragebogen aus \u201eDeutsche Zust\u00e4nde\u201c an (vgl. Endrikat 2003). Die vier Items \u2013 zwei fragen nach der Einsch\u00e4tzung der Frauendiskriminierung, zwei nach Rollenstereotypen \u2013 lauten (in Klammern die Zustimmung zum Statement in Prozent in Ost\/West): \u201eDie Diskriminierung von Frauen ist in Deutschland immer noch ein Problem\u201c (63\/49); \u201eDie jetzige Besch\u00e4ftigungspolitik benachteiligt die Frauen\u201c (74\/56); \u201eDie Frauen sollen sich wieder mehr auf die Rolle der Ehefrau und Mutter besinnen\u201c (25\/43) und \u201eF\u00fcr eine Frau sollte es wichtiger sein, ihrem Mann bei seiner Karriere zu helfen als selbst Karriere zu machen\u201c (17\/35) (vgl. FES 2006: 66f.). Augenf\u00e4llig ist, dass das traditionelle Rollenverst\u00e4ndnis deutlich mehr positive Resonanz im Westen Deutschlands findet und dort ein geringeres Problembewusstsein \u00fcber die Lage der Frauen existiert.<\/p>\n<p>Bedauerlicherweise ist in \u201eDie Mitte in der Krise\u201c von 2010 nicht gesondert auf das Thema eingegangen worden. Um ein aktuelleres Bild zeichnen zu k\u00f6nnen, wird deshalb zum Vergleich auf die europ\u00e4ische Vergleichsstudie der Friedrich Ebert-Stiftung \u201eDie Abwertung der Anderen\u201c (FES 2011) zur\u00fcckgegriffen.<\/p>\n<p>In dieser wird der Sexismus lediglich mit zwei Aussagen bemessen. Eine \u2013 jene nach der Rolle der Frau als Ehefrau und Mutter \u2013 ist identisch mit der Studie aus dem Jahr 2006. Dieser Meinung stimmen in der Befragung aus 2011 52,7 Prozent zu. Der Aussage \u201eWenn Arbeitspl\u00e4tze knapp sind, sollten M\u00e4nner mehr Recht auf eine Arbeit haben als Frauen\u201c stimmen 12 Prozent zu (FES 2011: 72).<\/p>\n<p>In der abschlie\u00dfenden Folge der \u201eDeutschen Zust\u00e4nde\u201c (Heitmeyer 2012: 38) stimmen im Jahr 2011 lediglich 18,5 Prozent der Meinung \u00fcber die Rolle der Frauen als Ehefrau und Mutter zu. Zwei Jahre zuvor waren es 20,7 Prozent.<\/p>\n<p>Das Statement, wonach die Frau eher ihrem Mann bei der Karriere helfen sollte, findet bei 11,5 Prozent der Befragten eher oder eine volle und ganze Zustimmung. Ein Vergleich mit dem Aufsatz von Endrikat (2003: 124) in Folge 1 der \u201eDeutschen Zust\u00e4nde\u201c zeigt, dass die Zustimmungswerte zu diesen klassisch sexistischen Aussagen sehr deutlich gesunken sind \u2013 bei der ersteren Aussage um ca. 11 Prozent, bei der zweiten sogar um rund 15 Prozent. Es f\u00e4llt freilich auf, dass die neuesten Zahlen \u00fcber die Verbreitung sexistischer Meinungen in den beiden Studien zum Teil sehr weit auseinanderklaffen. Woran das liegt, muss offenbleiben.<\/p>\n<p><strong><br \/>\nFazit und Diskussion<\/strong><br \/>\nDie Verbreitung einiger der in den Konservatismus-Skalen genannten Kernelemente von konservativen Anschauungen konnten anhand der empirischen Untersuchungen der \u201eMitte\u201c-Studien der Friedrich-Ebert-Stiftung und der von Wilhelm Heitmeyer durchgef\u00fchrten Langzeituntersuchung \u201eDeutsche Zust\u00e4nde\u201c aufgezeigt werden. Das gilt allerdings nicht f\u00fcr die Frage der sexuellen Freiz\u00fcgigkeit und die nach dem Festhalten an religi\u00f6sen Geboten, die traditionell ebenfalls zu konservativen Ansichten dazugeh\u00f6ren. Nichtsdestotrotz ergibt sich ein Bild, das das zum Teil hohe Ausma\u00df von konservativen Orientierungen in der Bev\u00f6lkerung der Bundesrepublik zeichnet. Allerdings ist die Tendenz eher abnehmend. Das d\u00fcrfte gerade auch f\u00fcr die beiden Bereiche gelten, die hier mangels Daten nicht dargestellt worden sind: sexuelle Freiz\u00fcgigkeit und christlicher Glaube. Ausnahmen best\u00e4tigen die Regel: Nationalismus und ein positives Nationalgef\u00fchl scheinen seit der Fu\u00dfball-Weltmeisterschaft 2006 mehr Zuspruch zu erfahren. Dieser Trend best\u00e4tigt somit die diesem Artikel als Zitat vorangestellte Vermutung vom R\u00fcckgang von klassisch konservativ motivierten Abwertungsmustern. Daf\u00fcr spricht auch, dass konventionelle Abwertungsmuster in j\u00fcngeren Altersschichten weniger verbreitet sind, wenngleich dieser Unterschied nicht so signifikant ist.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a><\/p>\n<p>Aber: Das ist kein Argument daf\u00fcr, sich beruhigt zur\u00fcckzulehnen mit dem Hinweis, Deutschland werde doch immer liberaler und menschenfreundlicher. F\u00fcr diese Annahme lassen sich vier Gr\u00fcnden angeben.<\/p>\n<p>Erstens, so res\u00fcmieren Klein\/Zick (2010: 132), zeige sich in der bundesdeutschen Bev\u00f6lkerung eine deutliche Tendenz zur Ablehnung des Egalitarismus. Des Weiteren scheint sich die Ablehnung der Idee der Gleichwertigkeit aller Menschen nunmehr vor allem aus \u00f6konomistischen Motiven heraus zu speisen. Vor dem Hintergrund eines flexiblen Kapitalismus sei, so Klein (2012: 40), eine Inwertsetzung des Sozialen zu beobachten \u2013 mit gravierenden Auswirkungen f\u00fcr die Lebenswelt der Individuen und Gemeinschaften. \u201eInfolge der Dominanz neoliberaler Politikstrategien wird sozialer Ungleichheit nicht mehr prim\u00e4r durch staatliche Integrationsleistungen begegnet, sondern durch Praktiken der Disziplinierung.\u201c Das an den Tugenden der Kreativit\u00e4t, Flexibilit\u00e4t und Eigenverantwortung orientierte \u201eunternehmerische Selbst\u201c scheine immer st\u00e4rker zum dominanten Konzept der Lebensf\u00fchrung zu werden. Das Ergebnis sei, so Klein weiter, \u201eeine hochgradig beschleunigte und \u00f6konomistisch determinierte Sph\u00e4re des Sozialen. Daraus folgt \u2013 mit Blick auf die Markierung von Ungleichwertigkeit in der Gesellschaft \u2013, dass weniger konkurrenz- und leistungsf\u00e4hige Gruppen zunehmend mit Abwertung konfrontiert sein werden.\u201c (ebd.: 41)<\/p>\n<p>In dieses Bild passt zweitens \u2013 zum Teil \u2013 auch die Beobachtung von Eberhard Seidel \u00fcber die gegenw\u00e4rtige Generation 35 plus, also jene Generation, die in den Hochzeiten des neoliberalen Kapitalismus sozialisiert wurde. Seit ein paar Jahren w\u00fcrde diese realisieren, dass der lange sicher geglaubte Lebensstandard der westdeutschen Mittelschichten bedroht sei. \u201eAggressiv grenzt sich dieses Milieu heute nach unten ab. Statt einer solidarischen, gemeinsamen Perspektive beschw\u00f6rt es eine Renaissance konservativ-b\u00fcrgerlicher und bisweilen auch religi\u00f6s-fundamentaler Werte. Es achtet auf Distinktion, h\u00e4ufig in Form kulturalistischer Islamdebatten. Es schickt seine Kinder auf (christliche) Privatschulen und strebt nach Homogenit\u00e4t \u2013 frei von sozialer und ethnischer Durchmischung.\u201c (Seidel 2012) Zum Teil, weil hier die \u00d6konomisierung lediglich in Form des Verlustes von materiellem Wohlstand angedeutet wird, und der Fokus mehr auf den daraus resultierenden \u2013 durchaus eher klassisch konservativen Mustern folgenden \u2013 Distinktionsbem\u00fchungen und Abwertungsmustern liegt.<\/p>\n<p>Was Seidel in Bezug auf die Generation Golf schreibt, deckt sich, wenngleich nicht vollst\u00e4ndig, mit den Ergebnissen der j\u00fcngsten 16. Shell-Jugendstudie (Shell Deutschland Holding 2010). Hatte bereits die 14. Studie aus dem Jahr 2002 den Wiederaufstieg der so genannten Sekund\u00e4rtugenden in der Bev\u00f6lkerung der 15- bis 25-J\u00e4hrigen seit den 1990er Jahren nachweisen k\u00f6nnen, so erlebten \u201egerade die arbeits- und versorgungsbezogenen Orientierungen (\u2026) seit den 1980er Jahren die st\u00e4rkste Renaissance, die noch ausgepr\u00e4gter war als die gleichzeitige Wiederaufwertung desjenigen Teils des \u00e4lteren Wertebestands, der sich auf die Anerkennung der gesellschaftlichen Regeln und Umgangsformen bezieht.\u201c (ebd.: 195) Dies kann durchaus auch als Ausdruck \u00f6konomistischer Orientierungen interpretiert werden.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a><\/p>\n<p>Das dritte Argument, das gegen eine vorschnelle Entwarnung trotz tendenziell r\u00fcckl\u00e4ufiger konservativer Einstellungen spricht, h\u00e4ngt mit den vorigen zusammen. In den letzten beiden Folgen von \u201eDeutsche Zust\u00e4nde\u201c wurde die Herausbildung einer so genannten rohen B\u00fcrgerlichkeit festgestellt: \u201eZivilisierte, tolerante, differenzierende Einstellungen, die in h\u00f6heren Einkommensgruppen einmal anzutreffen waren, scheinen sich in unzivilisierte, intolerante \u2013 ja: verrohte \u2013 zu verwandeln.\u201c (Heitmeyer 2012: 35) Vor allem wenn jene Gruppen dem Mantra des \u201eUnternehmerischen Selbst\u201c anhingen, habe dies eine hohe Erkl\u00e4rungskraft in Bezug auf die Abwertung vorgeblich \u201enutzloser\u201c Gruppen. Gerade aber der Einfluss, den h\u00f6here Einkommensgruppen, also Teile der Eliten, auf das soziale und politische Klima haben, ist nicht zu untersch\u00e4tzen (\u201eKlassenkampf von oben\u201c).<\/p>\n<p>Der vierte Grund: Untersuchungsgegenstand dieses Beitrags sind konservative Einstellungen in Deutschland. Sowohl die Studien der \u201eDeutschen Zust\u00e4nde\u201c als auch die \u201eMitte\u201c-Studien legen aber ihr Hauptaugenmerk auf Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, rechtspopulistisches Potenzial und rechtsextreme Einstellungen, wozu auch rassistische Meinungen geh\u00f6ren. Gerade diese erfahren seit Ausbruch der Krise von 2008 wieder eine ansteigende Verbreitung. Diese Elemente, wie die Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und rechtsextreme Einstellungen im Allgemeinen, so die Kernaussage beider Studien, sind ein Bestandteil der politischen Mitte \u2013 das hei\u00dft gerade auch des politisch rechten bzw. konservativen Lagers. \u00dcberdies hei\u00dft es ausdr\u00fccklich, dass die Betonung konservativer Werte wie Tradition und Konformit\u00e4t die Elemente des Syndroms der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit verst\u00e4rkt. Ein weiteres Argument f\u00fcr diese These bestehe in der \u00c4hnlichkeit der Werte Konformit\u00e4t und Tradition zum Konzept des Autoritarismus (vgl. Iser\/Schmidt 2003: 70). Gerade aber der Autoritarismus wird als wesentliches Erkl\u00e4rungskonzept f\u00fcr die Abwertung von Minderheiten und Fremden sowie f\u00fcr extrem rechte Einstellungen herangezogen.<\/p>\n<p>Nimmt man zus\u00e4tzlich die Ebene des deutschen Parteiensystems in Betracht, so sehen Heitmeyer und Co. zwar ein r\u00fcckl\u00e4ufiges rechtspopulistisches Potenzial (9,2 Prozent). Weil aber gleichzeitig die politische Entfremdung und Apathie zunehme, die parteipolitische Integrationskraft schwinde und Protest- wie Gewaltbereitschaft ansteigen, stelle das rechtspopulistische Potenzial ein gr\u00f6\u00dferes Problem dar (vgl. DeJ 2011: 14).<\/p>\n<p>Eine Neukonzeption der Konservatismus-Skala w\u00e4re insofern durchaus ein lohnenswertes Unterfangen. Mit ihr k\u00f6nnten differenziert die gemeinsame Schnittmenge zu extrem rechten und Menschengruppen abwertenden Einstellungen sowie die Unterschiede zu diesen ermittelt werden.<\/p>\n<p><strong><br \/>\nLiteratur<\/strong><br \/>\nAhlheim, Klaus\/Heger, Bardo (2008): Nation und Exklusion. Der Stolz der Deutschen und seine Nebenwirkungen, Schwalbach\/Ts.<\/p>\n<p>Becker, Julia u.a. (2007): Nationalismus und Patriotismus als Ursache von Fremdenfeindlichkeit, in: Deutsche Zust\u00e4nde, Folge 5, hrsg. von W. Heitmeyer, Frankfurt\/Main, S. 131-149.<\/p>\n<p>DEJ (2011): Das entsicherte Jahrzehnt. Presseinformation zur Pr\u00e4sentation der Langzeituntersuchung. Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit. Online: http:\/\/www.uni-bielefeld.de\/ikg\/Handout_Fassung_Montag_1212.pdf<\/p>\n<p>Endrikat, Kirsten (2003): Ganz normaler Sexismus. Reizende Einschn\u00fcrung in ein Rollenkorsett, in: Deutsche Zust\u00e4nde, Folge 2, hrsg. von W. Heitmeyer, Frankfurt\/Main, S. 121-141.<\/p>\n<p>FES (2006): Oliver Decker u.a., Vom Rand zur Mitte. Rechtsextreme Einstellungen und ihre Einflussfaktoren in Deutschland, online: www.fes-gegen-rechtsextremismus.de\/inhalte\/Publikationen_FES.php<\/p>\n<p>FES (2010): Oliver Decker u.a., Die Mitte in der Krise. Rechtsextreme Einstellungen Rechtsextreme Einstellungen in Deutschland 2010, online: www.fes-gegen-rechtsextremismus.de\/inhalte\/Publikationen_FES.php<\/p>\n<p>FES (2011): Andreas Zick u.a., Die Abwertung der Anderen. Eine europ\u00e4ische Zustandsbeschreibung zu Intoleranz, Vorurteilen und Diskriminierung, online: www.fes-gegen-rechtsextremismus.de\/inhalte\/Publikationen_FES.php<\/p>\n<p>Heitmeyer, Wilhelm (2012): Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit (GMF) in einem entsicherten Jahrzehnt, in: Deutsche Zust\u00e4nde, Folge 10, hrsg. v. ders., Berlin 2012, S. 15-41.<\/p>\n<p>Heitmeyer, Wilhelm\/Heyder, Aribert (2002): Autorit\u00e4re Haltungen. Rabiate Forderungen in unsicheren Zeiten, in: Deutsche Zust\u00e4nde, Folge 1, hrsg. von W. Heitmeyer, Frankfurt\/Main, S. 59-69.<\/p>\n<p>Heyder, Aribert\/Schmidt, Peter (2002): Deutscher Stolz. Patriotismus w\u00e4re besser, in: Deutsche Zust\u00e4nde, Folge 1, hrsg. v. W. Heitmeyer, Frankfurt\/Main, S. 71-82.<\/p>\n<p>Iser, Julia\/Schmidt, Peter (2003): Was Tradition und Konformit\u00e4t anrichten k\u00f6nnen, in: Deutsche Zust\u00e4nde, Folge 2, hrsg. v. W. Heitmeyer, Frankfurt\/Main, S. 61-74.<\/p>\n<p>Klein, Anna (2012), Von der Ungleichheit zur Menschenfeindlichkeit, in: Bl\u00e4tter f\u00fcr deutsche und internationale Politik, H. 4, S. 39-42.<\/p>\n<p>Klein, Anna\/Heitmeyer, Wilhelm (2012): Demokratie auf dem rechten Weg? Entwicklungen rechtspopulistischer Orientierungen und politischen Verhaltens in den letzten zehn Jahren, in: Deutsche Zust\u00e4nde, Folge 10, hrsg. von W. Heitmeyer, Berlin, S. 87-104.<\/p>\n<p>Klein, Anna\/Zick, Andreas (2010): Abwertung im Namen der Gerechtigkeit, in: Deutsche Zust\u00e4nde, Folge 9, hrsg. v. W. Heitmeyer, Berlin 2010, S. 120-137.<\/p>\n<p>K\u00f6nig, Dorothea\/Franck, Kathrin (2000), Revision einer Konservatismus-Skala, online unter: http:\/\/dk.akis.at\/konservatismus.html<\/p>\n<p>Perger, Werner A. (2008), Sanfter Konservatismus und der Verlust der Mitte, online unter: http:\/\/library.fes.de\/pdf-files\/id\/ipa\/05424.pdf<\/p>\n<p>Schenk, Josef (1980): Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Konservatismus und Autoritarismus, in: Zeitschrift f\u00fcr Soziologie, Jg. 9, Heft 4, Oktober 1980, S. 390-395.<\/p>\n<p>Schiebel, B., Riemann, R. &amp; Mummendey, H. D. (1984). Eine aktualisierte deutschsprachige Form der Konservatismusskala von Wilson &amp; Patterson, in: Zeitschrift f\u00fcr Differentielle und Diagnostische Psychologie, 5 (4), S. 311\u2013321.<\/p>\n<p>Schneider, J. &amp; Minkmar, H. (1972). Deutsche Neukonstruktion einer Konservatismusskala, in: Diagnostica, 18, S. 37\u201348.<\/p>\n<p>Schumann, Siegfried (2001): Pers\u00f6nlichkeitsbedingte Einstellungen zu Parteien. Der Einflu\u00df von Pers\u00f6nlichkeitseigenschaften auf Einstellungen zu politischen Parteien, M\u00fcnchen\/Wien.<\/p>\n<p>Seidel, Eberhard (2012), Im Windschatten der Golfer, in: taz, 3.4.2012.<\/p>\n<p>Shell Deutschland Holding (Hrsg.) (2010): Jugend 2010. Eine pragmatische Generation behauptet sich, Frankfurt\/Main.<\/p>\n<p lang=\"en-GB\">Wilson, G. D. &amp; Patterson, J. R. (1968). A New Measure of Conservatism, in: British Journal of Social and Clinical Psychology, 7, 264\u2013269.<\/p>\n<p>Zick, Andreas u.a. (2010): Wie feindselig ist Europa? Ausma\u00dfe Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit in acht L\u00e4ndern, in: Deutsche Zust\u00e4nde, Folge 9, hrsg. von W. Heitmeyer, Berlin, S. 39-60.<\/p>\n<p>Zick, Andreas\/Henry, P.J. (2009): Nach oben buckeln, nach unten treten. Der deutsch-deutsche Autoritarismus, in: Deutsche Zust\u00e4nde, Folge 7, hrsg. von W. Heitmeyer, Frankfurt\/Main, S. 190-204.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr align=\"LEFT\" size=\"3\" width=\"250\" \/>\n<div dir=\"LTR\" id=\"ftn1\">\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a>\u00a0\u00a0 Als Ergebnis ihrer Befragung von 120 jungen und 120 \u00e4lteren Personen aus Wien und Nieder\u00f6sterreich halten K\u00f6nig und Frank fest, dass \u201ejunge Wiener am liberalsten im Gegensatz zu \u00e4lteren Personen bzw. Nieder\u00f6sterreichern eingestellt sind, wobei auch diese Tendenz zum Liberalismus zeigen.\u201c<\/p>\n<\/div>\n<div dir=\"LTR\" id=\"ftn2\">\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a>\u00a0\u00a0 Patriotismus wird hier n\u00e4mlich als zwei Aspekte umfassend betrachtet: einerseits die Bindung an das eigene Land und andererseits eine generelle Wertsch\u00e4tzung von Demokratie und sozialer Sicherheit. W\u00e4hrend der zweite Aspekt in der Tat mit einer Abnahme von GMF einhergehe, f\u00f6rdere die erstere nationalistische Einstellungen, die zu einer Erh\u00f6hung der Abwertung von anderen Gruppen f\u00fchre. Daher, so Becker u.a. (2007: 146), \u201everursacht nicht die patriotische Identifikation mit Deutschland eine Abnahme der Vorurteile, sondern die generelle Wertsch\u00e4tzung demokratischer Prinzipien.\u201c<\/p>\n<\/div>\n<div dir=\"LTR\" id=\"ftn3\">\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">3]<\/a>\u00a0\u00a0 Das unterstreicht auch die Studie \u201eNation und Exklusion\u201c (2008) von Klaus Ahlheim und Bardo Heger: Die Zustimmungswerte zu der Aussage \u201eIch bin ziemlich oder sehr stolz, ein Deutscher zu sein\u201c sind von 1996 bis 2006 von 63 auf 73 Prozent gestiegen.<\/p>\n<\/div>\n<div dir=\"LTR\" id=\"ftn4\">\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a>\u00a0\u00a0 Vgl. etwa die Artikel \u201e83 Prozent sind stolz darauf, Deutsche zu sein\u201c (www.welt.de\/politik\/article3696088\/83-Prozent-sind-stolz-darauf-Deutsche-zu-sein.html) und \u201eDie Deutschen lieben ihr Land \u2013 irgendwie\u201c (www.welt.de\/politik\/article3649214\/Die-Deutschen-lieben-ihr-Land-irgendwie.html)<\/p>\n<\/div>\n<div dir=\"LTR\" id=\"ftn5\">\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a>\u00a0\u00a0 Vor rund zehn Jahren lautete der Befund zu dieser Frage in den \u201eDeutschen Zust\u00e4nden\u201c, dass \u00c4ltere zwar Tradition und Konformit\u00e4t h\u00f6her sch\u00e4tzten, aber der Unterschied zu J\u00fcngeren nur geringf\u00fcgig sei. \u201eVon einem Werteverfall, wie er in der \u00f6ffentlichen Debatte \u00fcber lange Zeit beklagt wurde, kann bei der j\u00fcngeren Generation in Deutschland angesichts der geringen Unterschiede zur \u00e4lteren Generation aber kaum die Rede sein.\u201c (Iser\/Schmidt 2003: 67)<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a>\u00a0\u00a0 Und gerade nicht ausschlie\u00dflich als Renaissance klassischer (klein-)b\u00fcrgerlicher Werte, wie es auf den ersten Blick scheinen mag. Die Renaissance dieser Werte vollziehe sich vielmehr in modernisierender Gestalt, die verglichen mit jenen der 1950er Jahre viel mehr Freir\u00e4ume des Individuellen zulassen (vgl. Shell Deutschland Holding 2010: 195).<\/p>\n<\/div>\n<p>(aus: <a href=\"http:\/\/www.zeitschrift-marxistische-erneuerung.de\/topic\/30.ausgabe-90-juni-2012.html\">Z.Zeitschrift Marxistische Erneuerung<\/a>, Nr. 90, Junit 2012)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eEs deutet sich daher an, dass konservativ motivierte Abwertungsmuster in der \u00e4lteren Generation langsam von \u00f6konomistisch motivierter Ungleichwertigkeit in der j\u00fcngeren Generation abgel\u00f6st werden.\u201c (Klein 2012: 41) Wo sind eigentlich all die alten CDU\/CSU-Haudegen \u00e0 la Peter Gauweiler, Alfred Dregger, &hellip; <a href=\"https:\/\/guidospeckmann.de\/?p=27\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"kia_subtitle":"Konservative Einstellungen in der deutschen Bev\u00f6lkerung","footnotes":""},"categories":[14],"tags":[54,62],"class_list":["post-27","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politische-einstellungen-in-der-brd","tag-konservatismus","tag-politische-einstellungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/guidospeckmann.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/27","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/guidospeckmann.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/guidospeckmann.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/guidospeckmann.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/guidospeckmann.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=27"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/guidospeckmann.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/27\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":584,"href":"https:\/\/guidospeckmann.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/27\/revisions\/584"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/guidospeckmann.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=27"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/guidospeckmann.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=27"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/guidospeckmann.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=27"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}