{"id":894,"date":"2015-03-12T22:56:08","date_gmt":"2015-03-12T21:56:08","guid":{"rendered":"http:\/\/guidospeckmann.de\/?p=894"},"modified":"2015-04-09T21:57:40","modified_gmt":"2015-04-09T19:57:40","slug":"alles-nur-keine-panne","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/guidospeckmann.de\/?p=894","title":{"rendered":"Alles \u2013 nur keine Panne"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ein Kommentar \u00fcber das BDI-Eingest\u00e4ndnis, die Folgen von TTIP in zu sch\u00f6nen Farben gemalt zu haben<\/strong><\/p>\n<p>Von einer fehlerhaften Darstellung spricht der Industriellenverband BDI. Von einer bewussten Desinformationskampagne indes k\u00f6nne keine Rede sein. Nach der Ver\u00f6ffentlichung eines 36-seitigen Papiers der Organisation Foodwatch und eines offenen Briefes an den BDI-Vorsitzenden Ulrich Grillo sah sich dieser veranlasst zu reagieren.<!--more--><br \/>\nIn den Schreiben wurde nachgewiesen, dass der BDI eine Studie \u00fcber die wirtschaftlichen Effekte des Freihandelsabkommens TTIP falsch zitiert \u2013 und zwar mehrfach. Nicht j\u00e4hrlich steigt das Bruttoinlandsprodukt um 119 Milliarden Euro, sondern in einem Zeitraum von zehn Jahren. Und dieser Effekt tritt nur ein, wenn das Abkommen zwischen den USA und der EU, das bekanntlich noch verhandelt wird, weitgehende Liberalisierungen festschreibe.<\/p>\n<p>Immerhin, der BDI hat seine Website inzwischen korrigiert. Dabei ist die Kritik von Foodwatch nicht einmal neu. Das falsche Zitieren, das Herauspicken von Zahlen und den optimistischsten Prognosen wird von Kritikern schon lange moniert. Auch die falsche Rezeption der vom BDI benutzten Studie ist bekannt. Dass der BDI diesen \u00bbFehler\u00ab nun einr\u00e4umt, d\u00fcrfte auch mit der wachsenden Anti-TTIP-Bewegung zusammenh\u00e4ngen \u2013 und daran, dass Foodwatch-Vorsitzender Thilo Bode j\u00fcngst mit einem Buch \u00fcber TTIP an die \u00d6ffentlichkeit ging.<\/p>\n<p>Das Pikante aber ist, dass nicht nur der BDI einem \u00bbFehler\u00ab aufgesessen ist. Das Foodwatch-Papier listet eine ganze Reihe von Institutionen und f\u00fchrenden Politikern auf, die die Studien \u00fcber ein m\u00f6gliches Freihandelsabkommen in ihrem Sinne falsch wiedergeben. Die neoliberale Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, der Deutsche Industrie- und Handelskammertag, eine CDU-Brosch\u00fcre, Kanzlerin Angela Merkel, CDU-Generalsekret\u00e4r Peter Tauber, Ex-Handelskommissar Karel De Gucht, aber auch Nachrichtenagenturen und f\u00fchrende Medien wie FAZ oder Die Zeit \u2013 \u00fcberall finden sich gesch\u00f6nte Informationen \u00fcber die angeblich positiven Folgen von TTIP f\u00fcr Wachstum und Besch\u00e4ftigung. Gut m\u00f6glich, dass irgendeinem Mitarbeiter des BDI sogar eine Panne unterlief \u2013 was mehr als unwahrscheinlich ist. Dass aber im Grunde die gesamte Erz\u00e4hlung der TTIP-Bef\u00fcrworter auf der immer selben fehlerhaften Wiedergabe der wenigen Studien beruht, l\u00e4sst nur einen Schluss zu: Der Begriff gezielte Desinformationskampagne kommt der Wahrheit n\u00e4her.<\/p>\n<p>aus: <a href=\"http:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/964616.alles-nur-keine-panne.html?sstr=speckmann\">neues deutschland<\/a>, 12.3.2015<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Kommentar \u00fcber das BDI-Eingest\u00e4ndnis, die Folgen von TTIP in zu sch\u00f6nen Farben gemalt zu haben Von einer fehlerhaften Darstellung spricht der Industriellenverband BDI. Von einer bewussten Desinformationskampagne indes k\u00f6nne keine Rede sein. 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