Natürlich brauchts Verzicht

Bruno Kern ist zusammen mit Saral Sarkar Mitbegründer der Initiative Ökosozialismus, einem kleinen Kreis von Linken, die schon vergleichsweise früh die ökologische Herausforderung begriffen haben. Inzwischen hat das Label Ökosozialismus weitere Kreise gezogen. Das wiederum scheint dem Theologen und Philosophen Kern nicht zu gefallen: In seinem neuen Buch finden sich mehrere distanzierende Formulierungen gegenüber dem Label. Er legt aber auch ausführlich dar, was ihn an ökosozialistischen Konzeptionen – etwa derjenigen des Wirtschaftsgeografen Christian Zeller, mehr noch derjenigen des Soziologen Klaus Dörre – stört. Diese hätten das, was ökologisch notwendig sei, nicht richtig erfasst: Dörre etwa verspreche den Arbeitenden, dass sie nicht auf materiellen Wohlstand verzichten müssten. Das müssten sie aber, hält Kern dagegen. Ihre «imperiale Lebensweise» (Ulrich Brand / Markus Wissen) bedeute einen Naturverbrauch, der mit den planetarischen Grenzen unvereinbar sei. Weiterlesen

Die Ambivalenz der Waschmaschine

Der Schweizer Wissenschaftsjournalist Marcel Hänggi bürstet unser Fortschrittsbild gegen den Strich

Zwar ist seit dem Ende des Kalten Krieges die Angst vor einem Atomkrieg, und damit vor der Selbstzerstörung der menschlichen Zivilisation, gebannt. Allerdings ist die Selbstzerstörung technisch noch immer machbar. Atomar sowieso, aber auch durch ökologische Folgen des Wachstums, durch Klimawandel, Übersäuerung der Meeres und Bodenerosion.

Weiterlesen