Danke, danke Donald Trump

Deutschland Die Bundesrepublik genießt dank der USA einen klimapolitisch guten Ruf – völlig zu Unrecht
Angela Merkel müsste Donald Trump eigentlich dankbar sein. Denn ohne die klimapolitischen Schandtaten der US-Regierung wäre ihr Ruf als Klimakanzlerin schon gründlich ruiniert. Die Fakten sprechen dafür. Doch Merkels Bekenntnisse zum Klimaschutz übertünchen, dass die Bundesrepublik mit ihren selbst gesteckten Klimaschutzziele krachend scheitern wird. Exakt das bestätigte die scheidende Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) offiziell: Deutschland werde sein Ziel, bis 2020 im Vergleich zu 1990 den CO2-Ausstoß um 40 Prozent zu verringern, noch deutlicher verfehlen als angenommen. Weiterlesen

Neues Feindbild

Über de Maizière Anschuldigungen gegen Seenotretter

Lügen haben kurze Beine, heißt es. Doch dass sich Lügen nicht lohnen, gilt offenbar nicht für deutsche Spitzenpolitiker. Als vor etwas mehr als einem Jahr Innenminister Thomas de Maizière beklagte, dass Ärzte Geflüchtete zu oft krankschreiben, musste sein Sprecher zugeben: Es gebe keine Statistiken, die zeigen, wie viele Flüchtlinge aufgrund von ärztlichen Attesten nicht abgeschoben werden können. Größere Proteste blieben aus, der Minister kam nicht ernsthaft in Schwierigkeiten. Weiterlesen

Wir müssen das System ändern

Der neue Bericht an den Club of Rome setzt auf konkrete Maßnahmen, die den meisten Menschen nützen sollen

Jorgen Randers ist ein alter Hase im Geschäft der Zukunftsforschung. Der norwegische Wissenschaftler war bereits als Mitautor des weltberühmten Berichts an den Club of Rome über »Die Grenzen des Wachstums« beteiligt. Der 71-Jährige kann daher auf einen über 40-jährigen Erfahrungsschatz zurückblicken. Dieser hat ihn gelehrt, dass man mit der bisherigen Praxis nicht weiterkommen könne. Wieder und wieder habe man auf die drängenden ökologischen Probleme hingewiesen – ohne Resultat. Weiterlesen

Das sozialistische Internet

Sascha Rehs Roman über das kaum bekannte computer-sozialistische Experiment in Allendes Chile

Es hätte so schön werden können, hätten nicht die Chicago Boys in Chile mit ihrer neoliberalen Idee gesiegt. Unter Allende unternahmen ein britischer Kybernetiker und eine Projektgruppe erste Versuche einer computergesteuerten Ökonomie. Sascha Reh hat diesen Stoff zu einem spannenden Thriller verarbeitet. Weiterlesen

Der Carl Schmitt der Berliner Republik

Der Politologe Herfried Münkler wirbt erneut für Kriegseinsätze und eine echte geopolitische Strategie des »Westens«

Joachim Gauck hat es begriffen, Frank-Walter Steinmeier hat es verstanden und auch Ursula von der Leyen. Sie alle fordern offen, dass Deutschland mehr Einfluss, mehr Verantwortung in der Politik übernehmen müsse, mehr Militäreinsätze im Ausland inbegriffen. Doch die deutschen Intellektuellen hinken ihrer politischen Führung hinterher – und mit ihr die deutsche Bevölkerung. So sieht es zumindest der einflussreiche Berliner Politikwissenschaftler Herfried Münkler. Weiterlesen

Das Diktat der Finanzkennziffer

Der Neoliberalismus der Konzerne ist ein Feind des Wissens, behauptet Colin Crouch. Der VW-»Skandal« gibt ihm Recht

Nur 77 bis 100 Euro – mehr hätte es Experten zufolge nicht bedurft, um in Mittelklassewagen von Volkswagen größere Filter einzubauen, die höhere Schadstoffstandards eingehalten hätten. Technisch, so Peter Mock vom International Council on Clean Transportation, sei das kein Problem. Wenn es kein technisches Problem ist, was ist es dann? Weiterlesen

Irgendwie sind wir alle Marxisten

Robert Misik hat ein Buch über das linke Denken geschrieben – doch es hat Lücken

Treffen sich zwei Planeten, sagt der eine: Hey, wie geht’s? – Nicht so gut, ich habe Menschen. – Mach dir nichts draus, das geht vorbei. Dieser Witz taucht nicht in Robert Misiks neuem Buch »Was Linke denken« auf. Das ist nicht weiter schlimm. Doch was in Misiks Buch fehlt, ist das Thema, welches diesem Witz zugrunde liegt: die Ökologie. Weiterlesen

Weg mit dem marxistischen Jargon!

Das US-Magazin «Jacobin» arbeitet an der Neuformulierung des Sozialismus für junge Amerikaner – mit Erfolg

Für eine linke Zeitschrift ist es ein enormer Erfolg: Nach nur vier Jahren hat das vierteljährlich erscheinende US-Magazin «Jacobin» bereits 7500 Abonnenten und monatlich bis 600 000 Website-Besuche. Im deutschsprachigen Raum scheint das undenkbar. Weiterlesen

Immer mehr vom immer Gleichen

Die Popmusik droht durch Big Data, Algorithmen und die Beliebtheit von Apps wie Shazam immer einheitlicher zu werden

Die Musikindustrie war das erste Opfer der Digitalisierung. Illegale Tauschbörsen sorgten für enorme Einnahmeeinbrüche der großen Plattenfirmen. Von Big Data und Algorithmen könnte die Musikindustrie indes profitieren – auf Kosten der Vielfältigkeit der Musik, befürchtet Derek Thompson. Weiterlesen