Das Diktat der Finanzkennziffer

Der Neoliberalismus der Konzerne ist ein Feind des Wissens, behauptet Colin Crouch. Der VW-»Skandal« gibt ihm Recht

Nur 77 bis 100 Euro – mehr hätte es Experten zufolge nicht bedurft, um in Mittelklassewagen von Volkswagen größere Filter einzubauen, die höhere Schadstoffstandards eingehalten hätten. Technisch, so Peter Mock vom International Council on Clean Transportation, sei das kein Problem. Wenn es kein technisches Problem ist, was ist es dann? Weiterlesen

Weg mit dem marxistischen Jargon!

Das US-Magazin «Jacobin» arbeitet an der Neuformulierung des Sozialismus für junge Amerikaner – mit Erfolg

Für eine linke Zeitschrift ist es ein enormer Erfolg: Nach nur vier Jahren hat das vierteljährlich erscheinende US-Magazin «Jacobin» bereits 7500 Abonnenten und monatlich bis 600 000 Website-Besuche. Im deutschsprachigen Raum scheint das undenkbar. Weiterlesen

Immer mehr vom immer Gleichen

Die Popmusik droht durch Big Data, Algorithmen und die Beliebtheit von Apps wie Shazam immer einheitlicher zu werden

Die Musikindustrie war das erste Opfer der Digitalisierung. Illegale Tauschbörsen sorgten für enorme Einnahmeeinbrüche der großen Plattenfirmen. Von Big Data und Algorithmen könnte die Musikindustrie indes profitieren – auf Kosten der Vielfältigkeit der Musik, befürchtet Derek Thompson. Weiterlesen

Unbekannte Schattenregierung

Infolge der Finanzkrise wurde Blackrock zum größten Vermögensverwalter weltweit

Blackrock. Ist Ihnen dieser Name geläufig? Vermutlich nicht – und verwechseln Sie ihn nicht mit Blackstone. Zwar ist Blackrock aus Blackstone hervorgegangen, doch inzwischen wurde die »Muttergesellschaft« in der Höhe der verwalteten Vermögen weit überholt. Weiterlesen

Erzwungene Hilfe zur Verarmung

Vertreter der EU und der ukrainischen Übergangsregierung haben in Brüssel am Freitag den politischen Teil des Assoziierungsabkommens unterzeichnet. Die EU macht damit den Weg für Finanzhilfen in Höhe von elf Milliarden Euro frei. Die fließen aber erst, wenn die Ukraine eine Vereinbarung mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) trifft. Darüber hinaus will die EU die Einfuhrzölle für zahlreiche ukrainische Produkte streichen, wodurch die Hersteller etwa 500 Millionen Euro jährlich sparen sollen. Weiterlesen

Daimler, Deutsche Bank und Co.: Das Geschäft mit der Apartheid

Als die Nachricht vom Tod Nelson Mandelas um die Welt ging, ließ es sich kaum ein Politiker nehmen, den letzten Freiheitskämpfer des 20. Jahrhunderts und Versöhner Südafrikas zu ehren. Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Barack Obama bezeichneten ihn als einen „Giganten der Geschichte“; zahllose Medienbeiträge würdigten seinen Einsatz gegen das Apartheidregime. Weiterlesen

Steuersünder sind wir alle

Seit Jahren erschreckt Professor Friedrich Schneider aus Linz die deutsche mediale Öffentlichkeit mit horrenden Zahlen über das Ausmaß der Schattenökonomie. Diese nimmt das dankend auf. So auch am Dienstag in zahlreichen Agentur- und Medienberichten. Grund: Die Studie von Schneider liefert neue Munition gegen die Pläne der Großen Koalition, den Mindestlohn tatsächlich flächendeckend einzuführen. Angeblich würde dieser zu einer Abwanderung in die Schattenökonomie führen. Weiterlesen

Kampf dem Briefkasten

Vorsichtig optimistisch reagieren die TTIP-Kritiker auf die Ankündigung des EU-Handelskommissars Karel De Gucht, die Gespräche über die umstrittenen Sonderklagerechte internationaler Konzerne im Rahmen des EU-USA-Freihandelsabkommens auszusetzen. Optimistisch, weil De Guchts Ankündigung auch durch ihre Proteste erzwungen wurde. Vorsichtig, weil das Einlenken lediglich eine PR-Maßnahme sein könnte – mit der Absicht, durch Reförmchen und die Einbindung der Kritiker das eigentliche Ziel doch zu erreichen. Weiterlesen

Das Horn der CSU

Mit Schlagzeilen lässt sich prima Stimmung machen. Jüngstes Beispiel: Die Titel von Agenturen und Medien zum am Mittwoch veröffentlichten Migrationsreport der Bundesregierung. Während die meisten Organe Überschriften wie »Zuwanderung auf höchstem Stand seit 1995« wählten, titelte das »Handelsblatt«: »Deutschland hat im europäischen Vergleich wenig Zuwanderer«. Beide Aspekte sind sachlich richtig – und doch problematisch. Weiterlesen

Schere im Kopf

Die Überwachung der Anderen ist schlecht, unsere ist schon okay. So ließen sich die entsprechenden Passagen im Koalitionsvertrag von Union und SPD zusammenfassen. Einerseits will man Aufklärung in Sachen NSA-Affäre betreiben. Andererseits aber die eigene Spionageabwehr stärken und vor allem die beim Bundesverfassungsgericht durchgefallene Vorratsdatenspeicherung einführen – und zwar zügig. Weiterlesen